Welche Nährstoffe brauchen Kinder wirklich?

Die meisten Kinder in Deutschland bekommen über eine normale Mischkost genug von den meisten Vitaminen und Mineralstoffen. Auffällig sind Vitamin D, Jod, Calcium und Eisen, bei Eisen vor allem bei Mädchen ab der Pubertät.

Bei Vitamin D lohnt ein genauer Blick: Über das Essen erreichen die wenigsten Kinder den Referenzwert, im Blut sind aber etwa 54 Prozent ausreichend versorgt. Der Körper bildet Vitamin D größtenteils selbst, über die Haut.

Wenig über das Essen aufnehmen und einen niedrigen Blutwert haben sind also zwei verschiedene Dinge. Bei Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D gehört ein Blutwert vor die Entscheidung. Für alles andere gibt es bei gemischter Kost meist keinen Anlass.

Zuletzt geprüft am 28. April 2026
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Geltungsbereich

Worum es auf dieser Seite geht, und worum nicht

Referenzwerte beschreiben, wie viel eine Gruppe von Kindern im Schnitt braucht. Sie sagen nichts darüber, wie es deinem Kind geht.

Dafür sind diese Angaben gedacht

  • Gesunde Kinder ab einem Jahr, die in Deutschland leben
  • Kinder, die gemischt essen: Getreide, Gemüse, Obst, Milchprodukte, ab und zu Fleisch oder Fisch
  • Haushalte, in denen jodiertes Speisesalz verwendet wird

Dafür sind diese Angaben nicht gedacht

  • Säuglinge im ersten Lebensjahr
  • Kinder mit einer chronischen Erkrankung oder einer Allergie, wegen der ganze Lebensmittelgruppen wegfallen
  • Kinder, die schon ein Präparat bekommen

Datenlage

Was sagen die Daten?

Was Studien über die Ernährung von Kindern in Deutschland zeigen. Die Zahlen stammen aus zwei bundesweiten Erhebungen mit mehreren tausend Kindern.

54 % der Kinder haben genug Vitamin D im Blut

Wie gut sind Kinder mit Vitamin D versorgt?

Bei etwa 54 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre ist der Vitamin-D-Wert im Blut ausreichend. Je nach Altersgruppe liegt der Anteil zwischen 40 und 80 Prozent. Etwa 12,5 Prozent haben ein erhöhtes Risiko für einen Mangel. Über das Essen lässt sich Vitamin D kaum aufnehmen, weil der Körper es unter Sonnenlicht in der Haut selbst bildet.

BfR 2024 · Robert Koch-Institut 2017

16 % der Jugendlichen nehmen regelmäßig Nahrungsergänzung

Was nehmen Jugendliche tatsächlich ein?

Rund 16 Prozent der Jugendlichen nehmen regelmäßig Nahrungsergänzung, am häufigsten mit Vitamin C oder Magnesium. Als Grund nennen 59 Prozent, dass sie ihre Gesundheit verbessern wollen. Auffällig ist: Vitamin C und Magnesium gehören in derselben Studie nicht zu den Nährstoffen, bei denen die Zufuhr unter den Empfehlungen liegt.

Robert Koch-Institut 2021

16 mg Eisen brauchen Mädchen ab 13 Jahren pro Tag, mehr als das Doppelte eines Achtjährigen

Warum brauchen Mädchen mehr Eisen?

Der Eisen-Referenzwert steigt mit dem Alter deutlich an: von 10 mg bei 7- bis 9-Jährigen auf 14 mg ab 10 Jahren und auf 16 mg für Mädchen ab 13 Jahren. Grund ist der Eisenverlust durch die Regelblutung. Nach EsKiMo II liegt die Eisenzufuhr besonders bei Mädchen zwischen 6 und 17 Jahren unter dem Referenzwert, während Jungen zwischen 12 und 17 ihn fast erreichen. Vor einer Eisengabe gehört ein Blutwert.

DGE 2025 · Robert Koch-Institut 2021 · Springer 2025

65 g Fisch essen Kinder zwischen 6 und 11 pro Woche, empfohlen sind 70 bis 130 g

Wie viel Fisch essen Kinder in Deutschland?

Kinder zwischen 6 und 11 Jahren essen im Schnitt etwa 9 bis 10 Gramm Fisch pro Tag, also rund 65 Gramm pro Woche. Empfohlen sind je nach Alter 70 bis 130 Gramm. Die Menge sagt allerdings wenig darüber aus, wie viel Omega-3 tatsächlich ankommt. Die Studie erfasst Fisch als eine Gruppe, und darin steckt alles von Lachs bis Fischstäbchen. Auf die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA kommt es dabei stark an: Fetter Seefisch wie Lachs oder Hering liefert ein Vielfaches von magerem Weißfisch. Ein deutscher Referenzwert für EPA und DHA existiert nicht, deshalb lässt sich die Lücke nicht beziffern.

Robert Koch-Institut 2021

2 Nährstoffe lassen sich über normales Essen nicht zuverlässig decken

Reicht normales Essen aus?

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung hat durchgerechnet, wie eine Woche voller normaler Mahlzeiten für Kinder aussehen müsste. Ergebnis: Alle untersuchten Nährstoffe lassen sich über gewöhnliche, nicht angereicherte Lebensmittel decken. Nur bei Vitamin D und Jod reicht das nicht aus.

FKE 2017

5 % der Jugendlichen ernähren sich vegetarisch, dreimal so viele wie vor zehn Jahren

Wie viele Kinder ernähren sich ohne Fleisch?

Fünf Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ernähren sich vegetarisch, bei Mädchen sind es acht Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es 1,6 Prozent. Wie viele Kinder vegan essen, erfasst die Studie nicht. Bei rein pflanzlicher Ernährung ist Vitamin B12 der einzige Nährstoff, bei dem eine Ergänzung nicht abgewogen wird, sondern verbindlich ist, weil er in pflanzlichen Lebensmitteln praktisch nicht vorkommt.

Robert Koch-Institut 2021 · DGE 2024

Im Einzelnen

Nährstoffe im Detail

Diese Übersicht zeigt dir die wichtigsten Nährstoffe für Kinder mit den jeweiligen EFSA-Claims und wann sie besonders relevant sind. Klick auf einen Nährstoff für ausführliche Informationen.

Vitamin D

Brauchen Kinder Vitamin D?

Vitamin D entsteht hauptsächlich in der Haut, wenn Sonnenlicht darauf trifft. Über das Essen kommt nur wenig dazu, deshalb liegt die Zufuhr aus Lebensmitteln bei fast allen Kindern unter dem Referenzwert. Daraus lässt sich kein Mangel ableiten.

Zwischen Oktober und März steht die Sonne in Deutschland zu tief für die Bildung über die Haut. Die Ernährungskommission der DGKJ empfiehlt ab dem zweiten Lebensjahr regelmäßige Zeit im Freien und sieht eine vorbeugende Gabe im Winter nur für Risikogruppen als sinnvoll an. Wie gut ein Kind versorgt ist, zeigt ein Blutwert. Die Einordnung gehört in die kinderärztliche Praxis.

Mehr zu Vitamin D

Höchstmenge bei Supplementation

1 bis 10 Jahre 50.0 µg
11 bis 17 Jahre 100.0 µg

Zugelassene Angabe

„Vitamin D wird für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung der Knochen bei Kindern benötigt"

Artikel 14(1)(b): Claims über die Entwicklung und Gesundheit von Kindern

Quellen: DGE 2025; BfR 2024; Robert Koch-Institut 2017

Eisen

Brauchen Kinder Eisen?

Eisen steckt in Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkorn und grünem Gemüse. Aus tierischen Lebensmitteln nimmt der Körper es besser auf als aus pflanzlichen. Vitamin C aus Obst oder Gemüse verbessert die Aufnahme aus pflanzlichen Quellen deutlich, deshalb lohnt die Kombination in einer Mahlzeit.

Der Bedarf steigt mit dem Alter: 7 mg bei Kleinkindern, 10 mg ab 7 Jahren, 14 mg ab 10 Jahren. Ab 13 Jahren brauchen Mädchen 16 mg, Jungen 11 mg. Nach EsKiMo II liegt die Eisenzufuhr besonders bei Mädchen zwischen 6 und 17 Jahren unter dem Referenzwert. Vor einer Eisengabe gehört ein Blutwert, weil zu viel Eisen im Körper nicht einfach ausgeschieden wird.

Mehr zu Eisen

Höchstmenge bei Supplementation

Kinder ab 4 Jahre 6.0 mg

Zugelassene Angabe

„Eisen trägt zu einer normalen kognitiven Entwicklung bei Kindern bei."

Quellen: DGE 2025; Robert Koch-Institut 2021; BfR 2024

Omega-3

Brauchen Kinder Omega-3?

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA stecken vor allem in fettem Seefisch wie Lachs, Hering oder Makrele. Pflanzliche Quellen wie Leinöl oder Walnüsse liefern eine Vorstufe, die der Körper nur in geringem Umfang in EPA und DHA umwandelt. Für vegan ernährte Kinder ist Algenöl die einzige direkte pflanzliche Quelle.

Kinder zwischen 6 und 11 Jahren essen im Schnitt rund 65 Gramm Fisch pro Woche, empfohlen sind je nach Alter 70 bis 130 Gramm. Wie groß die Lücke bei EPA und DHA tatsächlich ist, lässt sich nicht beziffern: Es gibt für Kinder keinen deutschen Referenzwert für diese beiden Fettsäuren, und der erfasste Fischverzehr unterscheidet nicht zwischen fettem Seefisch und magerem Weißfisch.

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Höchstmenge bei Supplementation

Kinder ab 1 Jahr 5000.0 mg

Quellen: Robert Koch-Institut 2021; FKE 2017

Vitamin B12

Brauchen Kinder Vitamin B12?

Vitamin B12 kommt in nennenswerter Menge nur in tierischen Lebensmitteln vor: Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte. Pflanzliche Lebensmittel liefern es praktisch nicht. Wer Milch und Eier isst, deckt den Bedarf in der Regel ohne Weiteres.

Bei vegan ernährten Kindern ist B12 der einzige Nährstoff, bei dem eine Ergänzung nicht abgewogen wird, sondern verbindlich ist. Nach EsKiMo II nehmen außerdem Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren weniger B12 auf als empfohlen. Der Körper legt einen Vorrat an, der über Monate reicht, deshalb zeigt sich eine knappe Versorgung erst spät. Ein Blutwert ordnet die Lage ein.

Mehr zu Vitamin B12

Zugelassene Angabe

„Vitamin B12 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei."

Artikel 13: Allgemeine Funktions-Claims

Quellen: Robert Koch-Institut 2021; DGE 2024; DGE 2025

Jod

Brauchen Kinder Jod?

Jod steckt in Seefisch, Milchprodukten und vor allem in jodiertem Speisesalz. Deutschland ist ein Jodmangelgebiet, die Böden enthalten wenig davon. Deshalb hängt die Versorgung hier maßgeblich daran, ob im Haushalt jodiertes Salz verwendet wird und ob verarbeitete Lebensmittel damit hergestellt werden.

Nach Bewertung des BfR liegt die Jodzufuhr in allen Altersgruppen im Median unter der Empfehlung. Als Hauptursache nennt das Institut den rückläufigen Einsatz von Jodsalz in Handel und Gastronomie. Jod ist neben Vitamin D der zweite Nährstoff, der sich über herkömmliche Lebensmittel nur schwer decken lässt. Der erste Schritt ist jodiertes Speisesalz im Haushalt, nicht ein Präparat.

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Höchstmenge bei Supplementation

1–3 Jahre 200.0 µg
4–6 Jahre 250.0 µg
7–10 Jahre 300.0 µg
11–14 Jahre 450.0 µg
15–17 Jahre 500.0 µg

Zugelassene Angabe

„Jod trägt zur normalen Bildung von Schilddrüsenhormonen und einer normalen Funktion der Schilddrüse bei."

Artikel 13: Allgemeine Funktions-Claims

Quellen: BfR 2024; Robert Koch-Institut 2021; FKE 2017

Zink

Brauchen Kinder Zink?

Zink steckt in Fleisch, Käse, Eiern, Vollkorngetreide, Nüssen und Hülsenfrüchten. Aus tierischen Lebensmitteln nimmt der Körper es besser auf. Phytat aus Getreide und Hülsenfrüchten hemmt die Aufnahme, deshalb liegt der Bedarf bei überwiegend pflanzlicher Ernährung höher.

Nach EsKiMo II gehört Zink nicht zu den Nährstoffen, bei denen die Zufuhr bei Kindern und Jugendlichen unter den Empfehlungen liegt. Für die meisten Kinder ist eine Ergänzung damit nicht begründet.

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Höchstmenge bei Supplementation

1–3 Jahre 7.0 mg
4–6 Jahre 10.0 mg
7–10 Jahre 13.0 mg
11–14 Jahre 18.0 mg
15–17 Jahre 22.0 mg

Zugelassene Angabe

„Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei."

Artikel 13: Allgemeine Funktions-Claims

Quellen: Robert Koch-Institut 2021; DGE 2025

Magnesium

Brauchen Kinder Magnesium?

Magnesium steckt in Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten, grünem Gemüse und in manchen Mineralwässern. Über eine gemischte Kost mit Vollkornanteil kommt in der Regel genug zusammen.

Nach EsKiMo II gehört Magnesium nicht zu den Nährstoffen, bei denen die Zufuhr bei Kindern und Jugendlichen unter den Empfehlungen liegt. Gleichzeitig ist es neben Vitamin C das am häufigsten ergänzte Mittel bei Jugendlichen. Für die meisten ist eine Ergänzung damit nicht begründet.

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Höchstmenge bei Supplementation

Kinder ab 4 Jahre 250.0 mg

Zugelassene Angabe

„Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei."

Artikel 13: Allgemeine Funktions-Claims

Quellen: Robert Koch-Institut 2021; DGE 2025

Vitamin C

Brauchen Kinder Vitamin C?

Vitamin C steckt in Paprika, Brokkoli, Kohl, Zitrusfrüchten, Beeren und Kartoffeln. Schon eine Portion Obst oder Gemüse am Tag deckt bei Kindern den Bedarf. Der Körper speichert Vitamin C kaum und scheidet Überschüsse über den Urin aus.

Nach EsKiMo II gehört Vitamin C nicht zu den Nährstoffen, bei denen die Zufuhr bei Kindern und Jugendlichen unter den Empfehlungen liegt. Gleichzeitig ist es das am häufigsten ergänzte Mittel bei Jugendlichen. Für die meisten Kinder ist eine Ergänzung damit nicht begründet.

Mehr zu Vitamin C

Höchstmenge bei Supplementation

Kinder ab 4 Jahre 250.0 mg

Zugelassene Angabe

„Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung für eine normale Hautfunktion bei."

Quellen: Robert Koch-Institut 2021; DGE 2025

Konstellationen

Welche Situation trifft auf dein Kind zu?

Situationen, in denen die allgemeine Antwort nicht ausreicht. Such dir die heraus, die auf dein Kind zutrifft.

Winterhalbjahr Wenn zwischen Oktober und März wenig Zeit im Freien liegt

In dieser Zeit ist eine Vitamin-D-Gabe für die meisten Kinder begründet.

Die Sonne steht in Deutschland von Oktober bis März zu tief, damit die Haut Vitamin D bilden kann. Über das Essen kommt nur wenig zusammen, weil kaum ein Lebensmittel nennenswerte Mengen liefert. Vitamin D ist damit der einzige Nährstoff, bei dem die Ernährung allein die Versorgung nicht tragen kann. Über Dosis und Dauer entscheidet die kinderärztliche Praxis.

DGE 2025; BfR 2024

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Vegane Ernährung Wenn dein Kind sich vegan ernährt

Vitamin B12 ist hier verbindlich, nicht optional.

Vitamin B12 kommt in pflanzlichen Lebensmitteln praktisch nicht vor. Eine rein pflanzliche Ernährung führt langfristig ohne Ergänzung zu einem Mangel, eine Supplementierung ist deshalb zwingend. Daneben gehören Eisen, Zink, Jod, Calcium und die Omega-3-Fettsäure DHA in die Beobachtung. Die DGE spricht sich seit 2024 aufgrund der eingeschränkten Datenlage weder für noch gegen eine vegane Ernährung im Kindesalter aus. Die Ernährungskommission der DGKJ weist auf das erhöhte Risiko einer Mangelversorgung bei restriktiven Ernährungsformen hin. Ärztliche Begleitung ist in jedem Fall angezeigt.

DGE 2024; BfR 2024

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Kein Jodsalz Wenn im Haushalt kein jodiertes Speisesalz verwendet wird

Der erste Schritt ist der Wechsel des Salzes, nicht ein Präparat.

Deutschland ist ein Jodmangelgebiet, die Böden enthalten wenig Jod. Jodiertes Speisesalz ist deshalb der wichtigste zugängliche Beitrag zur Versorgung. Das BfR nennt den rückläufigen Einsatz von Jodsalz in Handel und Gastronomie als Hauptursache dafür, dass die Jodzufuhr in allen Altersgruppen im Median unter der Empfehlung liegt.

BfR 2024

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Mädchen ab 13 Wenn deine Tochter älter als dreizehn Jahre ist

Vor einer Eisengabe gehört ein Blutwert.

Mit der Regelblutung geht regelmäßig Eisen verloren. Der Referenzwert für Mädchen steigt deshalb ab 13 Jahren auf 16 mg pro Tag, für Jungen liegt er bei 11 mg. Bereits ab 10 Jahren gelten für beide 14 mg. Nach EsKiMo II liegt die Eisenzufuhr besonders bei Mädchen unter dem Referenzwert. Eisen wird vom Körper nicht einfach ausgeschieden, deshalb sollte vor einer Gabe der Blutwert bestimmt werden.

Mehr zu Jugendlichen ab 13 Jahre →
Auslassdiät Wenn eine Nahrungsmittelallergie ganze Lebensmittelgruppen ausschließt

Was fehlt, hängt davon ab, was wegfällt.

Fällt Milch weg, betrifft das vor allem Calcium, Jod und Vitamin B12. Fällt Getreide weg, sind es Folat und Magnesium. Welche Nährstoffe tatsächlich knapp werden, zeigt ein Ernährungsprotokoll. Die Entscheidung über eine Ergänzung trifft die betreuende Praxis, nicht eine allgemeine Empfehlung.

BfR 2024

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Schon ein Präparat Wenn dein Kind schon ein Präparat oder angereicherte Lebensmittel bekommt

Für die Höchstmenge zählt alles zusammen.

Bei mehreren intensiven Trainingseinheiten pro Woche Magnesium und Eisen im Blick behalten und für ausreichende Trinkmenge sorgen. Eine generelle "Sportler-Supplementierung" für Kinder ist nicht nötig.

BfR 2024

Mehr zu Überdosierung →
Selten Fisch Wenn Fisch selten oder nie auf dem Tisch steht

Fetter Seefisch ist die verlässlichste Quelle für EPA und DHA.

Kinder zwischen 6 und 11 Jahren essen im Schnitt etwa 65 Gramm Fisch pro Woche, empfohlen sind je nach Alter 70 bis 130 Gramm. Für die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA kommt es dabei stark auf die Fischart an: Lachs, Hering und Makrele liefern ein Vielfaches von magerem Weißfisch oder Fischstäbchen. Wie groß die Lücke ist, lässt sich nicht beziffern, weil es für Kinder keinen deutschen Referenzwert für EPA und DHA gibt.

Robert Koch-Institut 2021; FKE 2017

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Wenn keiner dieser Punkte zutrifft

Dann braucht dein Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit außer Vitamin D im Winterhalbjahr kein Präparat. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung hat durchgerechnet, dass sich eine empfehlungsgerechte Zufuhr über gewöhnliche, nicht angereicherte Lebensmittel erreichen lässt. Ausnahmen sind Vitamin D und Jod. Wer trotzdem unsicher ist, klärt das mit einer Blutuntersuchung in der kinderärztlichen Praxis.

Vorgehen

Was du konkret tun kannst

Geh der Reihe nach vor. Erst schaust du dir das Essen an, dann klärst du ab, ob wirklich etwas fehlt. Ein Präparat kommt zuletzt, wenn überhaupt.

  1. 01

    Ernährung ehrlich anschauen

    Schreib eine Woche lang auf, was dein Kind tatsächlich isst. Welche Lebensmittelgruppen kommen vor? Was fehlt systematisch? Das ist der erste und wichtigste Schritt, bevor du an Nahrungsergänzung denkst.

  2. 02

    Vorsorgetermine nutzen

    Bei den U-Untersuchungen oder J1 kannst du gezielt nach einem Bluttest fragen. Sinnvoll sind in der Regel Vitamin D, Ferritin (Eisenspeicher) und bei veganer Ernährung B12. Krankenkassen übernehmen das bei begründetem Verdacht.

  3. 03

    Erst nach Bluttest supplementieren bei Eisen und Vitamin D

    Eine Supplementierung ohne Test ist riskant, bei Eisen besonders, weil eine zu hohe Zufuhr ohne Mangel gesundheitlich problematisch werden kann.

  4. 04

    Bei besonderen Ernährungsformen: Ernährungsberatung

    Bei wählerischen Essern, veganer Ernährung oder bekannten Mängeln ist eine qualifizierte Ernährungsberatung mit pädiatrischer Erfahrung meist wirkungsvoller als ein Multivitamin.

  5. 05

    Wenn supplementiert wird: auf Qualität achten

    Altersgerechte Dosierung, klar deklarierte Inhaltsstoffe, keine unnötigen Zusatzstoffe. Worauf konkret zu achten ist, erklärt unser Detailartikel

Häufige Fragen

Was Eltern uns oft fragen

Brauchen alle Kinder Nahrungsergänzung?

Nein. Nach Bewertung des BfR sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Kinder in der Regel nicht erforderlich. Die Ausnahme ist Vitamin D im Winterhalbjahr. Bei Jod ist der erste Schritt jodiertes Speisesalz im Haushalt, nicht ein Präparat.

BfR 2024

Ab welchem Alter ist Nahrungsergänzung ein Thema?

Das hängt nicht am Alter, sondern an der Situation. Für Säuglinge im ersten Lebensjahr gelten eigene Empfehlungen, die in der Vorsorge besprochen werden. Ab einem Jahr gilt für alle Altersgruppen dieselbe Logik: erst das Essen anschauen, dann bei Bedarf abklären lassen.

Reicht eine ausgewogene Ernährung nicht aus?

In den meisten Fällen ja. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung hat durchgerechnet, dass sich eine empfehlungsgerechte Zufuhr über gewöhnliche, nicht angereicherte Lebensmittel erreichen lässt. Vitamin D und Jod sind die beiden Ausnahmen.

FKE 2017

Woran erkenne ich, ob meinem Kind etwas fehlt?

Nicht an einzelnen Beobachtungen wie Müdigkeit oder häufigen Infekten. Dafür gibt es zu viele mögliche Ursachen. Für Eisen, Vitamin D und Vitamin B12 gibt es etablierte Laborwerte. Die Bestimmung und die Einordnung gehören in die kinderärztliche Praxis.

Können Kinder Vitamine überdosieren?

Bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K sowie bei Eisen ist das möglich, weil der Körper Überschüsse nicht einfach ausscheidet. Wasserlösliche Vitamine wie B12 und Vitamin C sind unkritischer. Wichtig ist die Gesamtzufuhr: Frühstücksflocken, Fruchtsäfte und Pflanzendrinks sind häufig angereichert und zählen mit.

BfR 2024

Warum sagt die Zufuhr wenig über die Versorgung aus?

Weil beides unterschiedliche Dinge misst. Bei Vitamin D erreichen viele Kinder die Zufuhrempfehlung über das Essen nicht, im Blut sind aber etwa 54 Prozent ausreichend versorgt. Der Grund ist die Bildung über die Haut, die in der Zufuhrerhebung nicht auftaucht.

BfR 2024; Robert Koch-Institut 2017

Register

Quellen

Verordnung

Commission Regulation (EU) No 432/2012 establishing a list of permitted health claims made on foods

European Commission, Official Journal of the European Union, 2012. OJ L 136, 25.5.2012, p. 1–40. 32012R0432

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Referenzwerk

Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Vitamin D

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 3. Auflage, 1. Ausgabe, 2025

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FAQ / Fragen und Antworten

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder – (k)eine gute Idee?!

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2024

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Stellungnahme

Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2021. BfR-Stellungnahme Nr. 009/2021. DOI: 10.17590/20210322-074457

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Stellungnahme

Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), Klug A, Barbaresko J, Alexy U, et al., 2024. Ernährungs Umschau 71(7): 60–84

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Konzept

Von Nährstoffen zu Lebensmitteln und Mahlzeiten: das Konzept der Optimierten Mischkost für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE), Universitätsklinikum Ruhr-Universität Bochum, Kersting M, Lücke T, Kalhoff H, aktualisierte Fassung 2017, letzte Überarbeitung 2024, 2017. Aktuelle Ernährungsmedizin 2017; 42: 304–315. DOI: 10.1055/s-0043-116499

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Studie

KiGGS Welle 2 — Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Robert Koch-Institut, Mauz E, Gößwald A, Kamtsiuris P, et al., Welle 2, 2017. Datenerhebung 2014–2017, Stichprobe N=15.023

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Studie

EsKiMo II — Ernährungsstudie als KiGGS-Modul

Robert Koch-Institut, Mensink GBM, Schienkiewitz A, Haftenberger M, et al., EsKiMo II (zweite Erhebung), 2021. Projektbericht. Datenerhebung 2015–2017, Stichprobe n = 2.644, Altersgruppen 6 bis 11 und 12 bis 17 Jahre

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Studie

Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen — Bedeutung und Versorgungssituation

Bundesgesundheitsblatt (Springer), Brettschneider AK, Schlune A, Spiegler C, et al., 2025. Bundesgesundheitsblatt 68(11):1244–1253. doi:10.1007/s00103-025-04129-y

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Wer diese Seite verfasst hat

Simone Kotthoff

Autorin

HACCP-Beauftrage, mehrjährige Erfahrung in der Branche für Nahrungsergänzungsmittel