Worauf musst du achten, wenn dein Kind vegan isst?
Ein vegan ernährtes Kind braucht jeden Tag ein Vitamin-B12-Präparat. Im Speiseplan solltest du außerdem auf Jod, Calcium, Eisen und genug Energie achten. Am einfachsten gelingt das mit Jodsalz, Pflanzendrinks mit Calciumzusatz und täglich Hülsenfrüchten. Lass die Ernährung von deiner Kinderarztpraxis begleiten und hol dir am besten von Anfang an Rat bei einer Ernährungsfachkraft.
Was bedeutet vegane Ernährung für ein Kind?
Ein vegan ernährtes Kind isst ausschließlich pflanzliche Lebensmittel. Damit fallen Milch, Eier, Fisch und Fleisch weg und mit ihnen wichtige Quellen für einige Nährstoffe. Je jünger dein Kind ist, desto sorgfältiger sollte der Speiseplan geplant sein.
Vegan heißt: Dein Kind isst nur pflanzliche Lebensmittel. Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte fallen weg.
Vegane Ernährung ist die strengste Form der vegetarischen Ernährung. Bei ovo-lacto-vegetarischer Ernährung isst dein Kind noch Eier, Milch und Milchprodukte. Bei veganer Ernährung fallen auch diese weg.
In einer Mischkost liefern tierische Lebensmittel einen großen Teil einiger Nährstoffe. Vitamin B12 steckt in nutzbarer Form nur in tierischen Lebensmitteln. Milch und Milchprodukte sind wichtige Quellen für Calcium, Jod und Vitamin B2. Fisch liefert Jod und die Omega-3-Fettsäure DHA. Isst dein Kind vegan, müssen diese Nährstoffe aus gezielt ausgewählten pflanzlichen Lebensmitteln, aus angereicherten Produkten oder aus Präparaten kommen. Vitamin B12 braucht dein Kind immer als Präparat.
Kinder wachsen und brauchen deshalb im Verhältnis zu ihrer Größe viele Nährstoffe. Gleichzeitig sind ihre Speicher klein. Hat der Speiseplan eine Lücke, fehlt Kindern deshalb schneller etwas als Erwachsenen. Besonders sorgfältig solltest du bei Kleinkindern planen und in der Pubertät, wenn dein Kind schnell wächst.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026; FKE 2018
-
Verbreitung < 1 %
der Kinder und Jugendlichen in Deutschland essen vegan
Die Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte der DGKJ gehen von weniger als einem Prozent aus. In der Ernährungsstudie EsKiMo II waren es bei den 6- bis 17-Jährigen 0,1 %. Genaue Zahlen nach Alter gibt es nicht.
Quelle: DGKJ 2026; EsKiMo II, Robert Koch-Institut 2021
-
Vitamin B12 1
Nährstoff braucht immer ein Präparat
Vitamin B12 steckt in einer Form, die der Körper nutzen kann, nur in tierischen Lebensmitteln. Algen, Pilze oder fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut können es nicht ersetzen. Deshalb braucht jedes vegan ernährte Kind dauerhaft ein B12-Präparat.
Quelle: DGE 2026; FKE 2018
-
Kleinkinder 1–3 Jahre
Das Alter mit dem höchsten Risiko für Lücken
Kleinkinder wachsen schnell und haben nur kleine Nährstoffspeicher. Je jünger ein Kind ist, desto schneller fehlt ihm etwas, wenn der Speiseplan eine Lücke hat.
Quelle: DGE 2026; FKE 2018
Ist vegane Ernährung für Kinder geeignet?
Darauf gibt es in Deutschland keine einheitliche Antwort. Die DGE sagt weder Ja noch Nein. Das Forschungsdepartment Kinderernährung und das Netzwerk Gesund ins Leben raten ab. In zwei Punkten stimmen alle Empfehlungen überein: Dein Kind braucht immer ein Vitamin-B12-Präparat. Und du solltest dich ärztlich und fachlich begleiten lassen.
Positionen der Fachgesellschaften
Die Einschätzungen gehen auseinander, weil es bisher nur wenige gute Studien mit vegan ernährten Kindern gibt.-
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Kinder und Jugendliche, Stand 2024Die DGE sagt weder Ja noch Nein. Der Grund: Es gibt bisher zu wenige Studien mit vegan ernährten Kindern. Wenn du dein Kind vegan ernährst, rät dir die DGE, dich von einer Ernährungsfachkraft beraten zu lassen. Bis 2024 hatte die DGE vegane Ernährung für Kinder noch nicht empfohlen.
Quelle: DGE 2024; DGE 2026
-
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Kinder und Jugendliche, Stand 2026Die Kinderärztinnen und Kinderärzte sagen klar: Isst dein Kind vegan, braucht es auf jeden Fall Vitamin B12 als Präparat. Außerdem sollten Eisen, Jod, Calcium, Vitamin D, Eiweiß und die Omega-3-Fettsäure DHA im Blick bleiben. Deine Kinderarztpraxis soll deine Entscheidung respektieren, offen über Risiken sprechen und dich dabei begleiten.
Quelle: DGKJ 2026
-
Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE), Bochum
gesamtes Kindes- und Jugendalter, Stand 2018Das FKE rät von veganer Ernährung für Kinder und Jugendliche ab. Die Sorge: Wenn alle tierischen Lebensmittel fehlen, können mehrere Nährstoffe gleichzeitig knapp werden. Das FKE empfiehlt stattdessen die Optimierte Mischkost mit reichlich pflanzlichen und mäßig tierischen Lebensmitteln.
Quelle: FKE 2018; FKE 2017
-
Netzwerk Gesund ins Leben
Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren, Stand 2022Für Kinder zwischen 1 und 3 Jahren empfiehlt das Netzwerk keine vegane Ernährung. Die Gründe: mögliche Risiken und zu wenige Studien. Vegetarisch mit Milch und Eiern kann ein Kleinkind gut versorgt sein. Entscheidest du dich für vegan, soll dein Kind Vitamin B12 und je nach Bedarf weitere Nährstoffe als Präparat bekommen. Lass die Versorgung außerdem ärztlich prüfen.
Quelle: Gesund ins Leben, BZfE 2022
Worin die Empfehlungen übereinstimmen
Dein Kind braucht dauerhaft Vitamin B12 als Präparat. Fehlt das Präparat oder ist der Speiseplan nicht gut geplant, kann ein Mangel entstehen, der die Entwicklung dauerhaft beeinträchtigt. Deshalb raten die Fachgesellschaften, die Kinderarztpraxis einzubeziehen und dich von einer Ernährungsfachkraft beraten zu lassen.
Wie gut sind vegan ernährte Kinder in Deutschland versorgt?
Die meisten vegan ernährten Kinder in deutschen Studien wachsen normal und bekommen viele Nährstoffe in guter Menge. Knapp sind vor allem Jod und Calcium. Bei Vitamin B12 kommt es auf das Präparat an: Wer eines nimmt, ist meist gut versorgt.
Viele Nährstoffe gut, Jod und Calcium knapp, Vitamin B12 nur mit Präparat.
In Deutschland gibt es zwei größere Studien mit vegan ernährten Kindern: VeChi-Diet mit Kleinkindern von 1 bis 3 Jahren und VeChi-Youth mit Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren. In beiden wuchsen die vegan ernährten Kinder im Durchschnitt genauso wie Kinder mit Mischkost.
Bei vielen Nährstoffen schnitten die vegan ernährten Kinder sogar besser ab. Sie aßen mehr Ballaststoffe und bekamen mehr Folat, Magnesium und Vitamin E. Auch Eisen nahmen sie mehr auf als Kinder mit Mischkost. Weil der Körper Eisen aus Pflanzen schlechter verwertet, waren ihre Eisenspeicher trotzdem etwas kleiner. Bei den meisten lagen sie aber im normalen Bereich.
Knapp waren vor allem Jod und Calcium, bei den Kleinkindern auch Vitamin B2. Jod, Vitamin B2 und Vitamin D fehlen allerdings vielen Kindern in Deutschland, egal wie sie essen. Vitamin B12 steckt in pflanzlichen Lebensmitteln praktisch nicht. Die Kinder, die ein Präparat nahmen, waren trotzdem meist gut versorgt.
-
Wachstum
3,6 zu klein
Im Durchschnitt wuchsen vegan ernährte Kinder in beiden deutschen Studien genauso wie Kinder mit Mischkost. Bei den Kleinkindern waren 3,6 % zu klein für ihr Alter, bei Mischkost keines.
VeChi-Diet 2019; MDPI 2021; DGKJ 2026
-
Jod
31 µg
Jod bekamen vegan ernährte Kleinkinder typischerweise am Tag, Kinder mit Mischkost 47 µg. Empfohlen sind 90 µg. Jod ist also bei allen Kindern knapp, bei veganer Ernährung noch etwas stärker.
VeChi-Diet 2022; DGE 2025; DGE 2026
-
Calcium
< 50 %
der empfohlenen Calciummenge erreichten vegan ernährte Kinder und Jugendliche typischerweise, Kinder mit Mischkost 67 %. Auch bei den Kleinkindern lag Calcium bei veganer Ernährung am niedrigsten.
MDPI 2021; VeChi-Diet 2022; FKE 2018
-
Vitamin B12
88 %
der vegan ernährten Kinder und Jugendlichen nahmen ein B12-Präparat. Die Blutwerte zeigten, dass die meisten damit gut versorgt waren. Über das Essen allein kamen nur 4 % der empfohlenen Menge zusammen.
MDPI 2021; DGKJ 2026
Was die Studien nicht zeigen
Beide Studien haben jedes Kind nur einmal untersucht. Wie sich vegan ernährte Kinder über viele Jahre entwickeln, weiß man deshalb noch nicht. Die meisten teilnehmenden Familien hatten eine hohe Bildung und ein gutes Einkommen, die Ergebnisse gelten also nicht automatisch für alle. Für Kinder zwischen 4 und 5 Jahren gibt es keine eigenen deutschen Daten.
Welche Nährstoffe können bei veganer Ernährung knapp werden?
Die meisten Nährstoffe lassen sich auch pflanzlich gut abdecken. Bei diesen sieben lohnt sich ein genauerer Blick darauf, woher sie kommen.
-
Vitamin B12
Steckt in Pflanzen praktisch nicht
Vitamin B12 gibt es in einer Form, die der Körper nutzen kann, nur in tierischen Lebensmitteln. Algen, Pilze, Sauerkraut und andere fermentierte Lebensmittel enthalten nur unwirksame Formen. Deshalb braucht dein Kind auf jeden Fall ein Präparat. Wie viel, besprichst du am besten mit deiner Kinderarztpraxis.
Manche Pflanzendrinks sind mit Vitamin B12 angereichert. Das Präparat ersetzen sie nicht.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
-
Jod
Milch und Seefisch fallen als Quellen weg
Jod ist bei vielen Kindern in Deutschland knapp. Bei veganer Ernährung fehlen zusätzlich Milch und Seefisch, die wichtigsten Jodquellen. Am meisten hilft Jodsalz, das du im Haushalt konsequent verwendest. Dazu passen Pflanzendrinks mit Jodzusatz. Ob dein Kind außerdem ein Jodpräparat braucht, klärst du mit deiner Kinderarztpraxis.
Getrocknete Algen können sehr viel Jod enthalten. Kaufe nur Algen mit angegebenem Jodgehalt und halte dich an die Verzehrmenge auf der Packung.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
Alles zu JodIn welchen Lebensmitteln steckt Jod?
- Jodsalz pro Gramm (etwa ⅕ Teelöffel) 20 µg
- Pflanzendrink mit Jodzusatz pro Glas (200 ml) 45 µg
- Brot, mit Jodsalz gebacken pro Scheibe (50 g) 12 µg
-
Calcium
Ohne Milchprodukte schwerer zu erreichen
In einer Mischkost liefern Milch, Joghurt und Käse den größten Teil. Bei veganer Ernährung sind Pflanzendrinks mit Calciumzusatz die einfachste Lösung. Die DGKJ rät, nur solche Drinks zu kaufen. Dazu kommen calciumreiches Mineralwasser, Tofu, grünes Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl sowie Nüsse.
Angereicherte Pflanzendrinks haben meist etwa 120 mg Calcium pro 100 ml, so viel wie Kuhmilch. Bio-Drinks dürfen nicht angereichert werden. Steht dort „mit Alge“, ist oft eine calciumreiche Alge zugesetzt. Beim Mineralwasser lohnt sich ein Blick aufs Etikett: Calciumreich ist es ab 150 mg pro Liter.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
Alles zu CalciumIn welchen Lebensmitteln steckt Calcium?
- Pflanzendrink mit Calciumzusatz pro Glas (200 ml) 240 mg
- Grünkohl mg pro Portion (100 g) 150 mg
- Brokkoli pro Portion (100 g) 50 mg
- Mandeln pro Esslöffel (10 g) 25 mg
-
Eisen
Viel im Essen, aber schlechter aufgenommen
Vegan ernährte Kinder essen oft sogar mehr Eisen als Kinder mit Mischkost, vor allem aus Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen. Der Körper nimmt Eisen aus Pflanzen aber schlechter auf. Ein Eisenpräparat solltest du deinem Kind nur geben, wenn die Kinderarztpraxis einen Mangel festgestellt hat.
Obst oder Gemüse mit viel Vitamin C zur Mahlzeit kann dem Körper helfen, das Eisen besser aufzunehmen: Paprika zu Linsen oder ein Stück Orange zum Haferbrei. Schwarzer Tee direkt zum Essen bremst die Aufnahme.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026; DGE 2025
Alles zu EisenIn welchen Lebensmitteln steckt Eisen?
- Kichererbsen pro Portion (100 g) 2,9 mg
- Haferflocken pro Portion (40 g, 4 Esslöffel) 2,0 mg
- Vollkornbrot pro Scheibe (50 g) 1,1 mg
- Linsen pro Portion (100 g) 3,3 mg
-
Omega-3-Fettsäuren
Fehlt, wenn kein Fisch gegessen wird
DHA ist eine Omega-3-Fettsäure, die vor allem in fettem Seefisch steckt. Der Körper kann sie aus pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren nur in kleinen Mengen selbst bilden. Vegan ernährte Kinder bekommen deshalb kaum DHA. Die DGKJ hält ein Präparat mit Algenöl für sinnvoll, wenn kein Fisch gegessen wird. Wie wichtig das nach dem Babyalter ist, ist allerdings noch nicht ganz geklärt.
Rapsöl, Walnussöl und Leinöl liefern pflanzliche Omega-3-Fettsäuren. Nimm sie bevorzugt statt Sonnenblumenöl, dann kann der Körper mehr davon in DHA umwandeln.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
-
Vitamin D
Bei vielen Kindern knapp, egal wie sie essen
Vitamin D bildet der Körper vor allem selbst, wenn Sonne auf die Haut scheint. Über das Essen kommt wenig dazu, bei veganer Ernährung noch weniger. In der VeChi-Youth-Studie hatte etwa jedes dritte Kind niedrige Werte, egal wie es aß. Ob ein Präparat nötig ist, sehen Fachleute unterschiedlich. Die DGE nennt 20 µg am Tag, wenn der Körper kein Vitamin D selbst bildet. Die DGKJ hält bei gesunden Kindern ab zwei Jahren ein Präparat ohne Anlass nicht für nötig, empfiehlt bei veganer Ernährung aber, die Versorgung im Blick zu behalten. Sprich das am besten mit deiner Kinderarztpraxis ab.
Viele Vitamin-D-Präparate werden aus Wollwachs hergestellt. Für vegane Ernährung gibt es Präparate mit Vitamin D2 oder veganem Vitamin D3.
Quelle: DGE 2026; MDPI 2021; DGKED 2018; DGE 2025; DGKJ 2026
-
Energie und Eiweiß
Bei Kleinkindern auf genug Energie achten
Vegane Mahlzeiten enthalten oft viele Ballaststoffe. Das macht schnell satt, manchmal bevor genug Energie und Eiweiß zusammengekommen sind. Gerade Kleinkinder brauchen im Verhältnis zu ihrer Größe viel davon. Hülsenfrüchte, Tofu, Nussmus, Getreide und Pflanzenöle sollten deshalb täglich auf dem Teller sein. Wenn du Getreide und Hülsenfrüchte kombinierst, ergänzen sich die Eiweißbausteine: Linsen mit Reis oder Erbseneintopf mit Brot.
Bei den Pflanzendrinks liefern Sojadrinks deutlich mehr Eiweiß als Hafer- oder Reisdrinks. Die DGKJ empfiehlt deshalb, Sojadrinks zu bevorzugen.
Quelle: DGE 2026; VeChi-Diet 2019
In welchen Lebensmitteln steckt Energie und Eiweiß?
- Tofu pro Portion (80 g) 10 g
- Linsen pro Portion (100 g) 9 g
- Sojadrink pro Glas (200 ml) 7 g
Wie gelingt vegane Ernährung im Familienalltag?
Mit ein paar festen Bausteinen wird der vegane Speiseplan deines Kindes ausgewogen: jeden Tag Hülsenfrüchte oder Tofu, Jodsalz, Pflanzendrinks mit Calciumzusatz, dazu Nüsse, Samen und Rapsöl. Die Basis sind wie bei jeder Ernährung Gemüse, Obst und Vollkorn.
Das gehört jeden Tag dazu
Diese Bausteine sorgen dafür, dass die Nährstoffe zusammenkommen, die sonst aus Milch, Eiern, Fisch und Fleisch stammen.
-
Gemüse, Obst und Vollkorn als Basis
Wie bei jeder ausgewogenen Ernährung bilden Gemüse, Obst, Vollkorn und Kartoffeln die Grundlage. Ein Stück Obst oder Gemüse mit viel Vitamin C zur Mahlzeit hilft dem Körper außerdem, Eisen aus Pflanzen besser aufzunehmen.
-
Jeden Tag Hülsenfrüchte oder Tofu
Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Erbsen und Tofu liefern Eiweiß, Eisen und Zink. Plane sie am besten täglich ein. Zusammen mit Getreide wie Reis, Nudeln oder Brot ergänzen sich die Eiweißbausteine.
-
Jodsalz im ganzen Haushalt
Salze konsequent mit Jodsalz, aber sparsam. Auch bei Brot lohnt es sich, auf Jodsalz zu achten. Beim Bäcker kannst du danach fragen, bei verpackten Lebensmitteln steht es in der Zutatenliste.
-
Pflanzendrinks mit Calciumzusatz
Wo sonst Milch auf den Tisch kommt, passt ein Pflanzendrink mit Calciumzusatz, am besten auch mit Jod. Sojadrinks liefern dabei das meiste Eiweiß.
-
Nüsse, Samen und Rapsöl
Nussmus aufs Brot, gemahlene Nüsse oder Samen ins Müsli und Rapsöl zum Kochen. Das bringt Energie, pflanzliche Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B2 auf den Teller.
Was häufig dazwischenkommt
Diese Punkte gehen im Familienalltag leicht unter.
-
Viele Fertig- und Ersatzprodukte
Vegane Wurst, Käseersatz und Fertiggerichte enthalten oft viel Salz und Fett und sind nur selten angereichert. Sie können den Speiseplan ergänzen. Ein Blick auf Zutatenliste und Nährwerte hilft dir, gute Produkte zu finden.
-
Zu viele Ballaststoffe bei kleinen Kindern
Viel Rohkost, Vollkorn und Hülsenfrüchte machen kleine Kinder schnell satt, manchmal bevor genug Energie zusammengekommen ist. Etwas Pflanzenöl im Essen und Nussmus aufs Brot helfen, die Mahlzeiten energiereicher zu machen.
-
Kein veganes Angebot in Kita oder Schule
Kitas und Schulen müssen kein veganes Mittagessen anbieten. Ein veganes Angebot gibt es deshalb nicht überall. Sprich mit der Einrichtung oder dem Caterer: Die DGE stellt Küchen eigene Hilfen für ein ausgewogenes veganes Mittagessen zur Verfügung. Gibt es trotzdem kein passendes Angebot, plane Frühstück, Brotdose und Abendessen so, dass sie die Nährstoffe liefern, die mittags fehlen. Es reicht, wenn es über die Woche gesehen passt.
Was statt tierischer Lebensmittel passt
So ersetzt du die wichtigsten tierischen Lebensmittel mit Blick auf die Nährstoffe.
-
Statt Kuhmilchpasst Pflanzendrink mit Calcium- und Jodzusatz Auf der Packung nach Calcium und Jod schauen.
-
Statt Joghurtpasst Pflanlicherjoghurt mit Calciumzusatz Ungesüßte Sorten wählen und mit Obst verfeinern.
-
Statt Käse aufs Brotpasst Nussmus, Hummus oder Bohnenaufstrich Liefert Eiweiß und Energie.
-
Statt Fleisch, etwa Hackfleisch in der Soßepasst Linsen, Tofu oder Sojagranulat Mit Paprika oder Tomate zusammen wird das Eisen besser aufgenommen.
-
Statt Seefischpasst Rapsöl und Walnüsse, dazu Jodsalz Die Omega-3-Fettsäure DHA gibt es pflanzlich nur aus Algenöl. Ob ein Präparat sinnvoll ist, besprichst du mit der Kinderarztpraxis.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
Welche Präparate braucht ein vegan ernährtes Kind?
Ein Präparat braucht dein Kind auf jeden Fall: Vitamin B12. Alles andere hängt davon ab, was dein Kind isst. Fehlt trotz guter Planung etwas, sind einzelne Präparate meist besser als Multivitamin.
Vitamin B12 jeden Tag
Solange dein Kind vegan isst, braucht es jeden Tag ein Vitamin-B12-Präparat. Kinderärzte nennen je nach Alter etwa 5 bis 25 µg am Tag. Die passende Menge legst du mit deiner Kinderarztpraxis fest, die auch regelmäßig prüft, ob die Versorgung stimmt. Am einfachsten klappt es, wenn das Präparat einen festen Platz im Tagesablauf hat, zum Beispiel beim Frühstück.
Kann je nach Speiseplan sinnvoll sein
Ob dein Kind eines davon braucht, klärst du am besten mit deiner Kinderarztpraxis.
-
Jod
Wenn bei euch wenig mit Jodsalz gekocht wird und dein Kind keine Pflanzendrinks mit Jod trinkt, kann ein Jodpräparat sinnvoll sein. Wie viel, besprichst du mit deiner Kinderarztpraxis.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026; BfR Jodzufuhr, BfR 2022
-
Omega-3-Fettsäure DHA aus Algenöl
Isst dein Kind keinen Fisch, bekommt es kaum DHA. Kinderärzte halten dann ein Präparat aus Algenöl für sinnvoll. Wie wichtig das für ältere Kinder ist, weiß man allerdings noch nicht genau.
Quelle: DGKJ 2026; DGE 2026; MDPI 2021
-
Vitamin D
Vitamin D bildet der Körper vor allem über die Haut, wenn die Sonne scheint. Im Winter klappt das in Deutschland kaum. Ob dein Kind dann ein Präparat braucht, sehen Fachleute unterschiedlich: Manche raten bei veganer Ernährung grundsätzlich dazu, andere nur, wenn dein Kind wenig Sonne abbekommt. Frag deine Kinderarztpraxis, was für dein Kind passt.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026; DGKED 2018; MDPI 2021
-
Calcium
Trinkt dein Kind wenig Pflanzendrink mit Calcium und isst wenig calciumreiches Gemüse, kommt es oft nicht auf die empfohlene Menge. Dann kann ein Calciumpräparat helfen. Kläre das mit deiner Kinderarztpraxis oder einer Ernährungsberatung.
Quelle: DGKJ 2026; MDPI 2021
In der Regel nicht nötig
Diese Präparate braucht dein Kind normalerweise nicht.
-
Multivitaminpräparate
Was darin steckt, passt oft nicht zu dem, was deinem Kind tatsächlich fehlt. Besser sind einzelne Präparate für genau die Nährstoffe, die knapp sind.
Quelle: DGE 2026; BfR 2024
-
Eisen auf Verdacht
Vegan ernährte Kinder essen meist viel Eisen und bei den meisten sind die Eisenspeicher in Ordnung. Gib ein Eisenpräparat deshalb nur, wenn deine Kinderarztpraxis einen Mangel festgestellt hat.
Quelle: FKE 2018; MDPI 2021; Gesund ins Leben, BZfE 2022
-
Algen oder Sauerkraut statt B12-Präparat
Algen, Sauerkraut und andere fermentierte Lebensmittel liefern kein Vitamin B12, das der Körper nutzen kann. Sie ersetzen das Präparat nicht.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
Wann solltest du dir Unterstützung holen?
Am besten von Anfang an. Lass die Ernährung deines Kindes von deiner Kinderarztpraxis begleiten und hol dir für die Planung Rat bei einer Ernährungsfachkraft. Melde dich außerdem, wenn dein Kind schlechter wächst, sehr wenig isst oder Blutwerte auffällig sind.
Deine Ansprechpartner
Hier bekommst du Unterstützung.
-
Kinderarztpraxis
Bei jeder Vorsorgeuntersuchung
Weiß die Praxis, dass dein Kind vegan isst, kann sie gezielt nach dem Speiseplan fragen und das Wachstum im Blick behalten. Erzähl es deshalb bei jeder U-Untersuchung.
Quelle: DGKJ 2026; Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 2025; Gesund ins Leben, BZfE 2022
-
Kinderarztpraxis
Blutwerte regelmäßig prüfen lassen
Kinderärzte raten, bei veganer Ernährung Vitamin B12 etwa alle 6 bis 12 Monate zu kontrollieren und Eisen einmal im Jahr. Andere Werte schaut die Praxis bei Bedarf an. Sprich die Kontrolle bei der nächsten Vorsorge an.
Quelle: DGKJ 2026; DGE 2026; Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 2025
-
Ernährungsfachkraft
Beim Start und wenn du unsicher bist
Eine qualifizierte Ernährungsfachkraft hilft dir, einen Speiseplan zu erstellen, der zu deinem Kind und eurem Alltag passt. Das ist besonders hilfreich, wenn du gerade beginnst oder dein Kind noch klein ist. Hol dir diese Hilfe am besten gleich zu Beginn.
Quelle: DGE 2024; Gesund ins Leben, BZfE 2022; DGKJ 2026
-
Kinderarztpraxis
Wenn dein Kind schlechter wächst oder wenig isst
Wächst dein Kind langsamer als bisher, nimmt es ab oder isst es über längere Zeit sehr wenig, lass das zeitnah ärztlich anschauen. Das gilt auch, wenn Blutwerte auffällig waren.
Quelle: DGKJ 2026; Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 2025; DGE 2026
-
Kinderarztpraxis
Wenn dein Kind selbst vegan werden möchte
Viele Jugendliche entscheiden sich selbst für eine vegane Ernährung. Sprich mit deinem Kind darüber, dass es Vitamin B12 als Präparat braucht und nimm die nächste Vorsorge zum Anlass, das Thema dort anzusprechen.
Quelle: DGKJ 2026; DGE 2026
Häufige Fragen
Wähl die Frage aus, die dich betrifft.
Kann man Kinder vegan ernähren?
Das ist möglich, braucht aber gute Planung, ein Vitamin-B12-Präparat und ärztliche Begleitung. In den deutschen Studien wuchsen vegan ernährte Kinder im Durchschnitt normal. Ob man vegane Ernährung für Kinder empfehlen sollte, sehen Fachleute unterschiedlich: Die DGE sagt weder Ja noch Nein, andere raten vor allem bei kleinen Kindern ab.
Quelle: DGE 2024; Gesund ins Leben, BZfE 2022; FKE 2018; VeChi-Diet 2019; MDPI 2021
Ist vegane Ernährung für Kinder gefährlich?
Gut geplant und mit Vitamin B12 zeigen die bisherigen Studien keine eindeutigen Nachteile für vegan ernährte Kinder. Riskant wird es, wenn das B12-Präparat fehlt oder im Speiseplan größere Lücken sind. Dann kann ein Mangel entstehen, der die Entwicklung dauerhaft beeinträchtigt. Deshalb raten Fachleute zu guter Planung und ärztlicher Begleitung.
Quelle: DGE 2026; Gesund ins Leben, BZfE 2022; DGKJ 2026
Wie viel Vitamin B12 braucht ein vegan ernährtes Kind?
Kinderärzte nennen je nach Alter etwa 5 bis 25 µg am Tag. Das ist mehr, als ein Kind täglich braucht. Der Grund: Aus einer einzelnen Tablette oder ein paar Tropfen nimmt der Körper nur einen Teil auf. Die passende Menge für dein Kind legst du mit deiner Kinderarztpraxis fest, die auch regelmäßig prüft, ob sie reicht.
Quelle: DGKJ 2026; DGE 2026
Mehr zu Vitamin B12Was müssen vegane Jugendliche beachten?
Viele Jugendliche entscheiden sich selbst für eine vegane Ernährung. Das Wichtigste ist auch hier: jeden Tag Vitamin B12. In der Pubertät wächst der Körper schnell und die Knochen werden aufgebaut. Calcium und Vitamin D sind deshalb besonders wichtig. Mädchen mit Regelblutung brauchen außerdem mehr Eisen. Sprich das Thema bei der Vorsorgeuntersuchung J1 an.
Quelle: DGKJ 2026; DGE 2026; DGE 2025
Mehr zu Jugendlichen ab 13 JahrenBrauchen vegane Kinder Omega-3 und DHA?
Vegan ernährte Kinder bekommen kaum DHA, weil es vor allem in Seefisch steckt. Der Körper kann es nur in kleinen Mengen aus pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren bilden, etwa aus Rapsöl, Walnüssen oder Leinöl. Kinderärzte halten deshalb ein Präparat aus Algenöl für sinnvoll. Wie wichtig DHA für ältere Kinder ist, weiß man allerdings noch nicht genau.
Quelle: DGE 2026; DGKJ 2026
mehr zu Omega 3Was sagt die DGE zu veganer Ernährung bei Kindern?
Die DGE spricht für Kinder und Jugendliche weder eine Empfehlung für noch gegen vegane Ernährung aus, weil es noch zu wenige gute Studien gibt. Bis 2024 hatte sie vegane Ernährung für Kinder nicht empfohlen. Entscheidest du dich dafür, rät die DGE zu einem Vitamin-B12-Präparat, einem gut geplanten Speiseplan und einer Beratung durch eine Ernährungsfachkraft. Außerdem sollte die Kinderarztpraxis die Versorgung regelmäßig prüfen.
Quelle: DGE 2024; DGE 2026; DGE 2025
Haben vegane Kinder häufiger Nährstoffmangel?
Bei vielen Nährstoffen sind vegan ernährte Kinder in deutschen Studien genauso gut oder sogar besser versorgt als Kinder mit Mischkost. Knapper sind vor allem Jod, Calcium und Vitamin B2. Jod und Vitamin D fehlen allerdings vielen Kindern, egal wie sie essen. Bei Vitamin B12 kommt es auf das Präparat an: Wer eines nimmt, ist meist gut versorgt.
Quelle: VeChi-Diet 2022; MDPI 2021; DGKJ 2026; Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 2025