Von Oktober bis März reicht die UV-Strahlung in Deutschland für die körpereigene Bildung nicht aus.
BESCHWERDEN & NÄHRSTOFFE
Wenn dein Kind oft krank ist: Welche Rolle spielen Nährstoffe?
Häufige Infekte sind bei jüngeren Kita- und Kindergartenkindern normal — das Immunsystem reift noch, jeder Infekt ist ein Trainingsdurchlauf. Ein schwaches Immunsystem oder ein Nährstoffmangel steckt nur selten dahinter. Nährstoffe können zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen, ersetzen diese Reifung aber nicht. Gezielt relevant ist in Deutschland vor allem Vitamin D im Winterhalbjahr; bei ungewöhnlich schweren oder anhaltenden Infekten ist die ärztliche Abklärung der richtige Weg.
Wann dieser Artikel relevant ist
Wenn folgendes zutrifft:
- Dein Kind ist neu in Krippe oder Kita und häufiger erkältet
- Du fragst dich
- ob ein Nährstoffmangel hinter den Infekten steckt
- Dein Kind ernährt sich vegetarisch oder vegan
- Es ist Winterhalbjahr und dein Kind ist selten draußen
Wenn folgendes zutrifft:
- Dein Kind hat ein bis zwei Infekte pro Saison und entwickelt sich normal
- Du suchst ein Mittel
- das Erkältungen verhindert
- Dein Kind isst abwechslungsreich und ist gut versorgt
Häufige Infekte sind in den ersten Betreuungsjahren erwartbar. Dieser Artikel ordnet ein, wann Nährstoffe eine Rolle spielen und wann eine kinderärztliche Abklärung der bessere Weg ist.
Was du als Elternteil konkret tun kannst
Infekthäufigkeit einordnen
Zähle ehrlich nach: Sechs bis zehn Infekte pro Jahr sind bei Kita-Kindern normal. Erst deutlich darüber, mit ungewöhnlichem Verlauf, lohnt eine genauere Abklärung.
Ernährung anschauen
Bevor du an Präparate denkst: Isst dein Kind abwechslungsreich — mit Gemüse, Obst, Vollkorn und je nach Ernährungsform Fleisch, Fisch oder gut geplanten pflanzlichen Alternativen?
Vitamin D im Winter bedenken
Von Oktober bis März ist die körpereigene Vitamin-D-Bildung in Deutschland gering. Die DGE empfiehlt für diesen Zeitraum eine Ergänzung in altersgerechter Dosierung.
Bei pflanzlicher Ernährung genauer hinsehen
Ernährt sich dein Kind vegetarisch oder vegan, behalte Eisen, Zink und Vitamin B12 im Blick — bei veganer Ernährung ist B12 verbindlich zu ergänzen.
Bei Warnzeichen ärztlich abklären
Ungewöhnlich schwere, lange oder häufig bakterielle Infekte sowie eine Gedeihstörung gehören in kinderärztliche Hände. Blutwerte ordnet die Praxis ein.
Was „oft krank" bei Kindern bedeutet
virale Infekte pro Jahr gelten bei Krippen- und Kindergartenkindern als normal — ein Zeichen der Immunreifung, kein Mangel.
Woran häufige Infekte liegen können
Diese drei Nährstoffe brauchen dann mehr Aufmerksamkeit als sonst; bei veganer Ernährung ist B12 verbindlich zu ergänzen.
Die Infekthäufigkeit steigt in dieser Phase vorübergehend an — das gehört zur Eingewöhnung dazu und legt sich wieder.
Ausreichend Schlaf und Erholung wirken sich auf das Wohlbefinden oft stärker aus als zusätzliche Präparate.
Welche Nährstoffe das Immunsystem unterstützen und was das heißt
Hier kann in Deutschland eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.
Der einzige Nährstoff, der in Deutschland bei den meisten Kindern gezielt ergänzt werden sollte — von Oktober bis März. (DGE: 20 µg/Tag bei fehlender Eigenbildung)
Meist über die Ernährung gedeckt — je nach Situation bewusst beachten.
In einer Mischkost meist gedeckt, relevanter bei rein pflanzlicher Ernährung.
Gezielt ergänzen nur bei ärztlich festgestelltem Mangel — nicht auf Verdacht.
Häufige Fragen
Wie oft krank ist bei Kindern noch normal?
Stärkt Vitamin C das Immunsystem meines Kindes?
Sollte ich meinem Kind im Winter Vitamin D geben?
Hilft Zink gegen Erkältungen?
Wann sollte ich mit häufigen Infekten zum Kinderarzt?
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Vitamin C steckt in Paprika, Brokkoli, Kohl, Zitrusfrüchten, Beeren und Kartoffeln. Schon eine Portion Obst oder Gemüse am Tag deckt bei Kindern den Bedarf. Der Körper speichert Vitamin C kaum und scheidet Überschüsse über den Urin aus. Nach EsKiMo II gehört Vitamin C nicht zu den Nährstoffen, bei denen die Zufuhr bei Kindern und Jugendlichen unter den Empfehlungen liegt. Gleichzeitig ist es das am häufigsten ergänzte Mittel bei Jugendlichen. Für die meisten Kinder ist eine Ergänzung damit nicht begründet.
Eisen steckt in Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkorn und grünem Gemüse. Aus tierischen Lebensmitteln nimmt der Körper es besser auf als aus pflanzlichen. Vitamin C aus Obst oder Gemüse verbessert die Aufnahme aus pflanzlichen Quellen deutlich, deshalb lohnt die Kombination in einer Mahlzeit. Der Bedarf steigt mit dem Alter: 7 mg bei Kleinkindern, 10 mg ab 7 Jahren, 14 mg ab 10 Jahren. Ab 13 Jahren brauchen Mädchen 16 mg, Jungen 11 mg. Nach EsKiMo II liegt die Eisenzufuhr besonders bei Mädchen zwischen 6 und 17 Jahren unter dem Referenzwert. Vor einer Eisengabe gehört ein Blutwert, weil zu viel Eisen im Körper nicht einfach ausgeschieden wird.
Vitamin D entsteht hauptsächlich in der Haut, wenn Sonnenlicht darauf trifft. Über das Essen kommt nur wenig dazu, deshalb liegt die Zufuhr aus Lebensmitteln bei fast allen Kindern unter dem Referenzwert. Daraus lässt sich kein Mangel ableiten. Zwischen Oktober und März steht die Sonne in Deutschland zu tief für die Bildung über die Haut. Die Ernährungskommission der DGKJ empfiehlt ab dem zweiten Lebensjahr regelmäßige Zeit im Freien und sieht eine vorbeugende Gabe im Winter nur für Risikogruppen als sinnvoll an. Wie gut ein Kind versorgt ist, zeigt ein Blutwert. Die Einordnung gehört in die kinderärztliche Praxis.
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