Brauchen Kinder Vitamin D?

BEDARF, DOSIERUNG UND WANN EINE SUPPLEMENTIERUNG SINNVOLL IST

Brauchen Kinder Vitamin D?

Verfasst von Simone Kotthoff
Aktualisiert 01. May 2026
8 Min Lesezeit
Die kurze Antwort

Vitamin D ist wichtig für die Knochen, die Muskeln und das Immunsystem deines Kindes. Der Körper bildet es überwiegend selbst, wenn die Haut Sonnenlicht abbekommt (genauer: bestimmte Sonnenstrahlen, UV-B). Im ersten Lebensjahr raten Fachgesellschaften, allen Kindern Vitamin D zusätzlich zu geben. Ab dem zweiten Lebensjahr gilt das nicht mehr pauschal, wie viel sinnvoll ist, hängt dann vom Hauttyp, vom Aufenthalt im Freien und von der Jahreszeit ab.

Wann ist Vitamin D für dein Kind relevant und wann nicht?

Sinnvoll

Wenn folgendes zutrifft:

  • Dein Baby ist im ersten Lebensjahr — hier empfehlen alle deutschen Fachgesellschaften täglich 400–500 IE
  • Dein Kind hat einen dunkleren Hauttyp und hält sich wenig im Freien auf
  • Dein Kind soll oder kann aus medizinischen Gründen nicht in die Sonne
  • Beim Kinderarzt wurde über einen Bluttest ein Mangel festgestellt
  • Dein Kind hat eine chronische Erkrankung
  • bei der der Darm Nährstoffe schlechter aufnimmt
Nicht nötig

Wenn folgendes zutrifft:

  • Dein Kind ist gesund, älter als zwei Jahre und im Sommerhalbjahr regelmäßig draußen
  • Du möchtest „vorsorglich" eine hohe Dosis geben,ohne dass ein Mangel festgestellt wurde
  • Es gibt keine ärztliche Empfehlung und kein Bluttest-Ergebnis
  • Dein Kind isst regelmäßig fetten Seefisch und ernährt sich abwechslungsreich

Wenn du vermutest, dass dein Kind zu wenig Vitamin D bekommt, sollte vor einer zusätzlichen Gabe der Wert beim Kinderarzt im Blut bestimmt werden. Selbsttests aus Apotheke oder Internet ersetzen die ärztliche Einordnung nicht.

Auf einen Blick

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin mit zentraler Rolle für Knochengesundheit, Immunsystem und Muskelfunktion. Anders als die meisten Nährstoffe stammt der größte Teil nicht aus der Nahrung — der Körper bildet es selbst in der Haut unter Sonnenlicht.

Klasse
Vitamin, fettlöslich
Form
D3 (Cholecalciferol)
Hauptquelle
Sonnenlicht (Eigenproduktion in der Haut)
Speicherung
Leber, Fettgewebe
Tagesbedarf (NRV)
20.0 µg
Versorgungslage
Im Winterhalbjahr in Deutschland deutlich erhöht

Was du als Elternteil konkret tun kannst

1

Den Alltag ehrlich anschauen

Wie viele Stunden ist dein Kind im Sommerhalbjahr (Mai bis September) draußen — mit unbedeckten Armen und Gesicht? Welchen Hauttyp hat es? Wo lebt ihr (Norddeutschland und Süddeutschland unterscheiden sich bei der Sonneneinstrahlung)? Zwischen Oktober und März reicht die Sonne in Deutschland ohnehin nicht aus, damit der Körper nennenswert Vitamin D bilden kann.

2

Ernährung prüfen

Vitamin D steckt nur in wenigen Lebensmitteln in größeren Mengen — fetter Seefisch ist mit Abstand die wichtigste Quelle. Wenn dein Kind regelmäßig Lachs, Hering oder Makrele isst, deckt es einen Teil des Bedarfs ab. Eier, Pilze und angereicherte Lebensmittel (zum Beispiel Kindermilch mit zugesetztem Vitamin D) tragen ergänzend bei.

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Bei Verdacht zum Kinderarzt

Wenn du unsicher bist oder Risikofaktoren vorliegen, ist der Bluttest beim Kinderarzt der zuverlässige Weg. Dabei wird die Speicherform von Vitamin D im Blut gemessen (25-OH-Vitamin-D). Die Einordnung des Werts und gegebenenfalls eine Dosierungs-Empfehlung gehören in ärztliche Hand — Selbst-Diagnose und eigene Dosierung sind hier nicht der richtige Weg.

4

Bei zusätzlicher Gabe altersgerecht dosieren

Wenn du dich gemeinsam mit dem Kinderarzt für eine zusätzliche Gabe entscheidest, achte auf eine Dosis, die zum Alter deines Kindes passt, und auf ein für Kinder zugelassenes Präparat. Frei verkäufliche Erwachsenen-Produkte sind oft zu hoch dosiert. Tropfen mit klarer Mengenangabe pro Tropfen sind bei jüngeren Kindern praktisch; ab Schulalter eignen sich auch Gummies oder Tabletten.

5

Den Wert im Verlauf prüfen

Wenn dein Kind über mehrere Monate Vitamin D zusätzlich bekommt, ist eine Verlaufskontrolle beim Kinderarzt sinnvoll — besonders bei höher dosierten Präparaten. So lässt sich vermeiden, dass langfristig zu viel Vitamin D im Körper landet.

Wie viel Vitamin D braucht mein Kind?

Die folgende Tabelle zeigt die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Vitamin D nach Altersgruppe.

DGE-AltersgruppeEmpfehlung pro Tag
0 bis unter 12 Monate 400 IE (10,0 µg)*
1 bis unter 15 Jahre 800 IE (20,0 µg)
15 bis unter 65 Jahre 800 IE (20,0 µg)

Im ersten Lebensjahr ist die tägliche Gabe von 400–500 IE eine generelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und Teil der bundesweiten Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben. Sie wird üblicherweise bis zum zweiten erlebten Frühsommer fortgeführt — je nach Geburtsmonat sind das 12 bis 18 Monate.

Hinweis

Was bedeutet zweiter erlebter Frühsommer konkret?

Ein im November geborenes Baby erlebt seinen ersten Frühsommer im darauffolgenden Mai oder Juni und seinen zweiten ein Jahr später. Es bekommt also rund 18 Monate lang Vitamin D. Ein im Mai geborenes Baby erlebt seinen ersten Frühsommer praktisch direkt nach der Geburt und den zweiten ein Jahr später — bei ihm dauert die Gabe etwa 12 Monate. Hintergrund: Ab dem zweiten Frühsommer geht man davon aus, dass das Kind durch zunehmenden Aufenthalt im Freien selbst genug Vitamin D bilden kann.

Was ist die Höchstmenge für Vitamin D?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sichere Höchstmengen für die tägliche Zufuhr von Vitamin D festgelegt. Diese Werte beziehen sich auf die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zusammen.

EFSA-Altersgruppe Höchstmenge pro Tag
0 bis 6 Monate 1000 IE (25,0 µg)
6 bis 12 Monate 1400 IE (35,0 µg)
1 bis 10 Jahre 2000 IE (50,0 µg)
11 bis 17 Jahre 4000 IE (100,0 µg)

Die DGE-Empfehlungen liegen deutlich unter diesen Höchstmengen. Bei den empfohlenen Säuglings-Dosen (10–12,5 µg) und der DGE-Empfehlung für Kinder (20 µg) ist eine Überdosierung praktisch ausgeschlossen. Vorsicht ist geboten bei eigenmächtiger Hochdosierung über mehrere Monate ohne ärztliche Begleitung.

Wofür braucht der Körper Vitamin D?

Kernaussage

Vitamin D ist an mehreren wichtigen Prozessen im Körper deines Kindes beteiligt — von Knochengesundheit über Immunsystem bis zur Muskelfunktion. Diese Wirkungen sind durch zugelassene EFSA-Aussagen wissenschaftlich abgesichert.

Vitamin D wird oft auf „das Knochen-Vitamin" reduziert — tatsächlich ist es an deutlich mehr Funktionen im Körper beteiligt. Vor allem im Wachstumsalter sind diese Wirkungen relevant, weil viele dieser Prozesse gerade dann besonders gefragt sind.

Vitamin D – Knochenstoffwechsel

Vitamin D ist zentral für den Knochenstoffwechsel. Es sorgt dafür, dass Calcium aus der Nahrung im Darm aufgenommen und in die Knochen eingebaut wird. Bei Kindern ist Vitamin D besonders wichtig, weil die Knochen während des Wachstums an Festigkeit gewinnen müssen. Ein langfristiger Vitamin-D-Mangel kann zu einer Erweichung der Knochen führen — bei Kindern als Rachitis bekannt.

Vitamin D – Immunsystem

Vitamin D unterstützt die Funktion verschiedener Immunzellen, insbesondere von T-Zellen und Makrophagen. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Werten und einer erhöhten Anfälligkeit für Atemwegsinfekte. Eine ausreichende Versorgung trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Wie gut sind Kinder in Deutschland mit Vitamin D versorgt?

Kernaussage

Im Winterhalbjahr erreicht ein erheblicher Teil der Kinder in Deutschland den Vitamin-D-Referenzwert nicht.

Vitamin D nimmt eine Sonderstellung ein: Der größte Teil entsteht nicht durch die Ernährung, sondern durch die UV-B-bedingte Eigensynthese in der Haut. In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung von Oktober bis März dafür nicht aus. Die Versorgungslücke ist also nicht primär eine Ernährungsfrage, sondern eine geografisch-saisonale.

Daten zur Versorgungslage

45,6 % der Jungen / 38,4 % der Mädchen unter 50 nmol/l

Ein erheblicher Teil der Kinder erreicht den Vitamin-D-Referenzwert von 50 nmol/l nicht

3–17 Jahre gesamt KiGGS Welle 2 — Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (2017)
Risikogruppen
  • Kinder und Jugendliche im Winterhalbjahr (Oktober bis März)
  • Kinder mit dunklerem Hauttyp
  • Kinder mit wenig Aufenthalt im Freien
  • Kinder mit Adipositas (verringerte Bioverfügbarkeit)
  • Chronisch kranke Kinder mit eingeschränkter Mobilität
Hintergrund
Die Hauptquelle für Vitamin D ist die Eigensynthese in der Haut unter UV-B-Einstrahlung. Deutschland liegt zwischen dem 47. und 55. Breitengrad — von Oktober bis März steht die Sonne zu tief, sodass die UV-B-Strahlung für die Synthese nicht ausreicht. Speicher aus dem Sommer können die Lücke teilweise überbrücken, reichen aber bei vielen Kindern nicht über den gesamten Winter.
Hinzu kommt die niedrige Verfügbarkeit über Lebensmittel: Fetter Seefisch, Eigelb und einige Pilze sind die Hauptquellen, werden von Kindern aber selten in Mengen gegessen, die den DGE-Schätzwert von 20 µg pro Tag erreichen. Im 1. Lebensjahr erhalten Säuglinge in Deutschland standardmäßig eine Vitamin-D-Prophylaxe — danach endet diese routinemäßige Versorgung, ohne dass die saisonale Lücke verschwindet.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin D?

Kernaussage

Vitamin D kommt nur in wenigen Lebensmitteln in nennenswerten Mengen vor — primär in fettem Seefisch.

Über die Ernährung lässt sich der Vitamin-D-Bedarf nur schwer decken. Selbst eine ausgewogene Mischkost liefert in der Regel nicht mehr als 2–4 µg pro Tag, während der DGE-Schätzwert bei 20 µg liegt. Das erklärt, warum die Eigensynthese über Sonnenlicht so wichtig ist — und warum im Winterhalbjahr eine Versorgungslücke entsteht.

Tierische Quellen

Lachs (Wildfang)

Vitamin D Lachs Wildfang

16 µg
pro 100 g
Deckt ca. 80 % des Tagesbedarfs (DGE-Schätzwert)
Eigelb

Vitamin D Eigelb

5,4 µg
pro 100 g
≈ 1 Eigelb (M, 18 g) liefert ca. 1 µg

Pflanzliche Quellen

Steinpilze (UV-belichtet)

Vitamin D Steinpilze

3 µg
pro 100 g
Deckt ca. 15 % des Tagesbedarfs
Werte schwanken stark je nach UV-Behandlung

Angereicherte Lebensmittel

Hafer-Drink (mit Vitamin D angereichert)

Vitamin D Haferdrink

1,5 µg
pro 100 ml
200 ml decken ca. 15 % des Tagesbedarfs
Nur in Vitamin-D-angereicherten Sorten
Hintergrund
Die DGE-Schätzwerte gehen davon aus, dass etwa 80–90 % des Vitamin-D-Bedarfs über die Eigensynthese in der Haut gedeckt werden — die Ernährung trägt nur etwa 10–20 % bei. Lachs und Hering sind die einzigen alltäglichen Lebensmittel, die in einer Portion einen nennenswerten Anteil des Tagesbedarfs abdecken. UV-belichtete Pilze und mit Vitamin D angereicherte Pflanzendrinks sind besonders für Kinder relevant, die keinen Fisch essen oder sich vegan ernähren.

Wie nimmt der Körper Vitamin D auf?

Kernaussage

Vitamin D ist fettlöslich — der Körper kann es nur zusammen mit einer Mahlzeit mit etwas Fett aufnehmen. Der größere Teil wird aber gar nicht über die Nahrung gewonnen, sondern in der Haut selbst gebildet, wenn die Sonne darauf scheint.

Vitamin D ist besonders: Der Körper kann es selbst herstellen — und macht das normalerweise auch. Über 80 % der Versorgung kommen aus der eigenen Bildung in der Haut unter Sonnenlicht. Nur die restlichen rund 20 % kommen über das Essen. Damit Vitamin D aus Lebensmitteln oder Tropfen aber überhaupt im Körper ankommt, braucht es Fett. Wasser allein reicht nicht.

Was die Aufnahme verbessert

Fett zur Mahlzeit

hoher Effekt

Vitamin D braucht Fett, um aufgenommen zu werden. Tropfen oder Tabletten am besten direkt zu einer Mahlzeit mit Butter, Käse, Avocado oder Nüssen einnehmen.

Sonnenlicht

hoher Effekt

Der wichtigste Weg. Zwischen April und September reichen 5–30 Minuten Mittagssonne auf Gesicht und Arme. Von Oktober bis März steht die Sonne in Deutschland zu tief — die Strahlung reicht dann nicht mehr aus.

Magnesium

mittlerer Effekt

Wird beim Umbau von Vitamin D im Körper als Helfer gebraucht. Ein Magnesium-Mangel kann die Vitamin-D-Wirkung dämpfen.

Gesunder Darm

mittlerer Effekt

Bei normaler Verdauung nimmt der Körper 60–80 % des über die Nahrung aufgenommenen Vitamin D auf.

Was die Aufnahme einschränkt

Darmerkrankungen

hoher Effekt

Zöliakie, Morbus Crohn und ähnliche Erkrankungen verschlechtern die Fettverdauung — und damit auch die Vitamin-D-Aufnahme. In diesen Fällen ist eine ärztliche Begleitung wichtig.

Probleme mit Bauchspeicheldrüse oder Mukoviszidose

hoher Effekt

Wenn die Fettverdauung gestört ist, kommt weniger Vitamin D im Körper an.

Starkes Übergewicht

mittlerer Effekt

Vitamin D wird im Fettgewebe „eingelagert" und steht dann weniger im Blut zur Verfügung. Kinder mit deutlichem Übergewicht haben statistisch häufiger niedrigere Werte.

Bestimmte Medikamente

mittlerer Effekt

Cortison-Präparate über längere Zeit, manche Mittel gegen Epilepsie und einige HIV-Medikamente können den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen. Bei längerer Einnahme ärztlich abklären.

Speicherung im Körper
Vitamin D wird vor allem in der Leber und im Fettgewebe gespeichert. Gut gefüllte Speicher aus dem Sommer reichen meistens 1–3 Monate, bei sehr guter Versorgung sogar bis zu einem halben Jahr. Im Winter leeren sich die Speicher nach und nach — bei vielen Kindern so weit, dass vor März eine zusätzliche Zufuhr sinnvoll wird.
Hintergrund
Vitamin D gelangt auf zwei Wegen in den Körper.\n\nDer Hauptweg ist die Bildung in der Haut: Eine Vorstufe in der Haut wird unter UV-Strahlung in Vitamin D umgewandelt. Dieses gelangt über das Blut zur Leber.\n\nDer zweite Weg ist die Aufnahme über die Nahrung oder Vitamin-D-Präparate. Vitamin D wird zusammen mit den Fetten aus dem Essen im Darm aufgenommen und zur Leber transportiert. Dort wird es in eine Speicherform umgewandelt — diese wird auch im Bluttest gemessen (Fachbegriff: 25-OH-D). Wenn der Körper Vitamin D braucht, wandelt die Niere die Speicherform in die aktive Form um — sie reguliert vor allem den Calcium-Stoffwechsel.

Wann ist ein Vitamin-D-Bluttest sinnvoll?

Kernaussage

Wenn ärztlich abgeklärt werden soll, wie es um den Vitamin-D-Status steht, wird der Wert 25-OH-D im Blut gemessen. Für gesunde Kinder ohne Anzeichen ist ein Routine-Test nicht nötig.

Gemessener Wert
25-OH-D (Calcidiol)
Einheit: ng/ml (oder nmol/l)

Bei Vitamin D wird die Speicherform 25-OH-D im Blut gemessen. Sie zeigt, wie gut die Versorgung über die letzten Wochen war. Die aktive Form wird normalerweise nicht gemessen — sie sagt nichts über die Speicher aus.

Referenzbereiche

Mangel< 12 ng/ml (< 30 nmol/l)

Deutlich unzureichende Versorgung. Bei Kindern besteht ein erhöhtes Risiko für Knochengesundheits-Probleme (Rachitis). Ärztliche Abklärung und gezielte Aufdosierung.

Niedrig12 bis < 20 ng/ml (30 bis < 50 nmol/l)

Niedrige Versorgung, kein akuter Mangel. Häufig in Deutschland im Winterhalbjahr. Eine gezielte Zufuhr kann sinnvoll sein.

Wünschenswert20–50 ng/ml (50–125 nmol/l)

Gute Versorgung. Eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe ist in diesem Bereich in der Regel nicht nötig.

Sehr hoch> 50 ng/ml (> 125 nmol/l)

Hohe Versorgung. Bei dauerhaft erhöhten Werten ärztliche Abklärung — eine Überdosierung kann den Calcium-Stoffwechsel belasten.

Wann ist ein Bluttest sinnvoll?

  • Bei klinischem Verdacht (z.B. Wachstumsstörungen
  • anhaltende Müdigkeit
  • Knochenbeschwerden)
  • Vor längerer hochdosierter Einnahme (über 800 IE/Tag über Wochen)
  • Bei Risikogruppen mit zusätzlichem Verdacht (z.B. Kinder mit dunkler Haut
  • chronische Erkrankung
  • sehr wenig Sonne)
  • Als Routine-Screening bei gesunden Kindern nicht empfohlen

Worauf du achten solltest

Der Wert schwankt saisonal stark — im Sommer typischerweise höher, im Winterhalbjahr deutlich niedriger. Für eine belastbare Einschätzung sollte der Messzeitpunkt bekannt sein. Mehr zum Thema Bluttests bei Kindern (Kosten, Selbsttests, Kassenleistung) findest du in unserem Wissensartikel zu Blutwerten.

Was darf man laut EFSA zu Vitamin D sagen?

Kernaussage

Für Vitamin D gibt es offiziell zugelassene Health Claims nach EU-Recht. Aussagen darüber hinaus sind rechtlich nicht abgedeckt — auch wenn es zu manchen Themen wissenschaftliche Studien gibt.

Folgende Aussagen sind nach EU-Verordnung 432/2012 zugelassen, wenn das Lebensmittel die festgelegten Mindestmengen enthält. Das bedeutet: Ein Vitamin-D-Produkt darf diese Aussagen nur dann tragen, wenn es einen bestimmten Mindestgehalt pro Portion erreicht.

Knochen und Zähne

„Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei"

Knochen und Zähne

„Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei."

Immunsystem

„Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei."

Wichtig zu wissen

Aussagen, die darüber hinausgehen — etwa zu Stimmung, Schlaf, Konzentration oder zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen — sind rechtlich nicht zugelassen, auch wenn es Studien zu diesen Themen gibt. Seriöse Marken halten sich an diese Vorgabe.

Häufige Fragen

Brauchen alle Kinder zusätzlich Vitamin D?
Nein. Ob ein Kind zusätzlich Vitamin D benötigt, hängt vom Alter, der Jahreszeit, der Sonnenexposition und individuellen Risikofaktoren ab. Für Säuglinge wird Vitamin D im ersten Lebensjahr grundsätzlich empfohlen. Bei älteren Kindern ist eine Supplementierung nicht immer notwendig. Entscheidend ist, ob ausreichend Vitamin D über Sonnenlicht gebildet werden kann und ob besondere Risikofaktoren vorliegen.
Kann man den Vitamin-D-Spiegel bei Kindern testen lassen?
Ja. Der Vitamin-D-Status kann durch eine Blutuntersuchung bestimmt werden. Ein Test kann sinnvoll sein, wenn ein ärztlicher Verdacht auf einen Mangel besteht oder besondere Risikofaktoren vorliegen. Ob eine Untersuchung notwendig ist, sollte mit dem Kinderarzt besprochen werden.
Sollte mein Kind Vitamin D das ganze Jahr über einnehmen?
Nicht unbedingt. In Deutschland kann der Körper Vitamin D vor allem in den sonnenreichen Monaten selbst bilden. In den Herbst- und Wintermonaten ist die körpereigene Produktion deutlich eingeschränkt. Ob eine ganzjährige Einnahme sinnvoll ist, hängt von Faktoren wie Alter, Aufenthaltsdauer im Freien, Hauttyp und individuellen Risikofaktoren ab.
Braucht mein Kind zusätzlich Vitamin K2 zu Vitamin D?
Für gesunde Kinder gibt es derzeit keine allgemeine Empfehlung, Vitamin D grundsätzlich mit Vitamin K2 zu kombinieren. Ob eine zusätzliche Einnahme sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Die meisten offiziellen Empfehlungen zu Vitamin D beziehen sich auf Vitamin D selbst und nicht auf eine verpflichtende Kombination mit Vitamin K2.
Kann mein Kind Vitamin D über die Ernährung aufnehmen?
Ja, allerdings nur in begrenzten Mengen. Vitamin D kommt natürlicherweise vor allem in fettem Seefisch, Eigelb und einigen Pilzen vor. Für viele Kinder reicht die Aufnahme über die Ernährung allein nicht aus, um den empfohlenen Bedarf vollständig zu decken. Die wichtigste natürliche Quelle bleibt deshalb die Bildung in der Haut durch Sonnenlicht.
Wie erkenne ich einen Vitamin-D-Mangel bei meinem Kind?
Ein Vitamin-D-Mangel verursacht oft keine eindeutigen Beschwerden. Mögliche Anzeichen können Müdigkeit, Muskelschwäche oder Veränderungen des Knochenstoffwechsels sein. Da diese Symptome viele Ursachen haben können, lässt sich ein Mangel nicht allein anhand von Beschwerden feststellen. Klarheit kann nur eine ärztliche Untersuchung schaffen.
Kann mein Kind zu viel Vitamin D bekommen?
Ja. Vitamin D ist fettlöslich und kann sich bei dauerhaft zu hoher Aufnahme im Körper anreichern. Deshalb sollten Präparate immer entsprechend der empfohlenen Dosierung verwendet werden. Wer unsicher ist, sollte die Einnahme mit dem Kinderarzt besprechen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel?
Ein erhöhtes Risiko können unter anderem Säuglinge, Kinder mit wenig Aufenthalt im Freien, Kinder mit dunkler Hautfarbe, stark bedeckender Kleidung oder bestimmten Erkrankungen haben. Auch in den Wintermonaten kann die Vitamin-D-Versorgung schwieriger sein. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, lässt sich jedoch nur individuell beurteilen.

Diese Seite ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei konkretem Verdacht auf einen Nährstoffmangel wende dich an deinen Kinderarzt.