Wenn sich dein Kind schlecht konzentrieren kann: Welche Rolle spielen Nährstoffe?
Bei gesunden Kindern, die normal essen, spielen Nährstoffe für die Konzentration kaum eine Rolle. Für Omega-3, Multivitamine oder andere Präparate fehlen Belege, dass sie Kindern beim Konzentrieren helfen. Auch bei ADHS bringt Omega-3 nach den verlässlichsten Studien nichts. Eine Ausnahme ist ein Eisenmangel. Ob er vorliegt, klärt die Kinderarztpraxis.
Am meisten bringen genug Schlaf, viel Bewegung, ein Frühstück und wenig Bildschirm in der Freizeit. Halten die Probleme über Monate an oder treten sie zu Hause und in der Schule auf, ist die Kinderarztpraxis der richtige Ansprechpartner. Dort werden auch Sehen und Hören geprüft.
Wie lange kann sich ein Kind konzentrieren?
Es gibt keine feste Zeit, die ein Kind schaffen muss. Wie lange es bei einer Sache bleibt, wächst mit dem Alter und schwankt von Tag zu Tag.
Konzentration ist die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit gezielt auf eine Sache zu richten und eine Weile dabei zu bleiben.
Wie lange sich ein Kind konzentrieren kann, hängt vom Alter ab. Es hängt aber auch von der Aufgabe ab, von der Tageszeit und davon, wie es deinem Kind gerade geht.
Oft liest man, ein Kind könne sich so viele Minuten konzentrieren, wie es Jahre alt ist. Manchmal ist es auch ein Vielfaches davon. Für diese Faustregel gibt es keinen Beleg. Fachleute haben auch sonst keine Richtwerte festgelegt, wie lange sich ein Kind in welchem Alter konzentrieren können sollte.
Wenn ein Kind unkonzentriert ist, liegt der Grund oft im Alltag. Es hat zu wenig geschlafen, ist hungrig oder hat sich zu wenig bewegt. Auch wer mit einer Aufgabe überfordert ist, schweift ab. Seltener steckt etwas anderes dahinter, etwa schlechtes Sehen oder Hören, Ängste oder Sorgen.
Eine ADHS wurde bei gut 4 von 100 Kindern und Jugendlichen in Deutschland festgestellt. Das zeigen Angaben der Eltern in einer großen Studie des Robert Koch-Instituts.
Fachleute werden erst aufmerksam, wenn die Probleme lange anhalten und den Alltag deutlich erschweren. Und wenn sie an mehreren Orten auftreten, zum Beispiel zu Hause und in der Schule. Zeigen sie sich nur an einem Ort, spricht das eher für einen anderen Grund.
Quelle: AWMF 2018; AWMF 2018; RKI 2018; G-BA 2025; RKI 2020; Advances in Nutrition 2016; heute BIÖG 2016
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1 bis 2 Jahre 3
Jahre: Vorher stellen Fachleute keine ADHS-Diagnose
Kleine Kinder wechseln ständig von einer Sache zur nächsten. Das gehört zur Entwicklung. Je jünger ein Kind ist, desto schwerer lässt sich sagen, was noch normal ist.
Quelle: AWMF 2018
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3 bis 5 Jahre U7a
Bei dieser Vorsorge achtet die Kinderarztpraxis darauf, ob dein Kind zuhören und konzentriert spielen kann
Die U7a ist mit etwa drei Jahren. Auch mit drei oder vier Jahren ist eine ADHS-Diagnose meist noch nicht sicher.
Quelle: G-BA 2025; AWMF 2018
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6 bis 12 Jahre 6
Monate: So lange müssen Auffälligkeiten mindestens bestehen, bevor eine ADHS infrage kommt
Mit der Schule steigen die Anforderungen. Ein paar schwierige Wochen sind noch kein Grund zur Sorge. Achte darauf, ob es auch zu Hause und in der Freizeit so ist.
Quelle: AWMF 2018; AWMF 2018
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13 bis 17 Jahre 6 von 10
Jugendlichen schlafen so lange wie empfohlen
Wer müde ist, kann sich schlechter konzentrieren. Bei Jugendlichen fehlt oft Schlaf. Die Unruhe, die manche Kinder mit ADHS zeigen, lässt in der Pubertät dagegen oft nach.
Quelle: RKI 2020; AWMF 2018
Kann man die Konzentration mit Nährstoffen verbessern?
Nach heutigem Wissen nicht. Die Fachleute unten halten Präparate für gesunde Kinder in der Regel für unnötig. Viele Produkte für Kinder sind außerdem zu hoch dosiert.
Was Fachleute dazu sagen
Speziell zu Konzentration und Lernen hat sich nur der österreichische VKI geäußert. Die übrigen Aussagen gelten für Präparate bei Kindern allgemein.-
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Kinder und Jugendliche, DeutschlandDas BfR hält Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Kinder in der Regel nicht für nötig. Für Kinder unter 15 Jahren hat es keine Höchstmengen für Präparate festgelegt. Es gibt also keinen Wert, an dem sich Eltern bei der Dosis orientieren könnten.
Quelle: BfR 2024; BfR 2024
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Max Rubner-Institut (MRI)
Kinder und Jugendliche von 0 bis 17 Jahren, Stand 2025Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung hält Präparate nur für sinnvoll, wenn ein Mangel nachgewiesen ist. Sie sollen nur nach ärztlicher Rücksprache gegeben werden. Ein Mangel, der wirklich zu Beschwerden führt, ist bei sonst gesunden Kindern in Deutschland selten.
Quelle: Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025
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Verbraucherzentralen
Deutschland, Marktcheck 2023 mit 33 ProduktenDie Verbraucherzentralen schreiben, dass Kinder in der Regel keine Nahrungsergänzung brauchen. Das gilt in der Grundschule und auch beim Wechsel auf eine weiterführende Schule. In ihrem Marktcheck enthielten 23 von 33 Kinderpräparaten mehr, als 4- bis 7-Jährigen empfohlen wird. Ein Omega-3-Produkt warb mit „Konzentration“ und „Lernfähigkeit“.
Quelle: Projekt Klartext Nahrungsergänzung; Verbraucherzentrale NRW 2023; vzbv 2023
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Verein für Konsumenteninformation (VKI)
Österreich, Test 2024 mit 23 ProduktenDer VKI stellt klar: Gesunde Kinder brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel. Bei Verdacht auf einen Mangel soll eine Ärztin oder ein Arzt das abklären. In seinem Test waren 15 von 23 Kinderpräparaten zu hoch dosiert. Schon 2013 berichtete der VKI über einen Test von Mitteln für Lernen und Konzentration. Das Ergebnis: Ihr Nutzen ist nicht ausreichend belegt.
Quelle: VKI 2024; VKI 2013
Worin die Empfehlungen übereinstimmen
Gesunde Kinder, die normal essen, brauchen für die Konzentration kein Präparat. Sinnvoll ist eines nur, wenn ärztlich ein Mangel festgestellt wurde. Wer trotzdem eines gibt, sollte wissen: Viele Kinderpräparate enthalten mehr, als Kinder brauchen.
Machen Omega-3, Eisen oder Vitamine konzentrierter?
Bei gesunden Kindern ist das nicht belegt. Eine Ausnahme sind Kinder mit Eisenmangel.
Kein Nährstoff hat bei gesund ernährten Kindern nachweislich die Konzentration verbessert.
Am häufigsten wird Omega-3 für die Konzentration beworben. In Studien mit gesunden Kindern und Jugendlichen zeigte sich in Konzentrationstests insgesamt kein Effekt. Einzelne Studien fanden kleine Verbesserungen, andere nicht.
Bei Kindern mit ADHS ist die Lage noch klarer. Eine große Übersicht mit 37 Studien zeigt mit hoher Sicherheit: Omega-3 verändert die Beschwerden nicht, so wie Eltern sie einschätzen. Die deutsche Leitlinie zu ADHS spricht deshalb keine Empfehlung dafür aus.
Bei Multivitaminen fanden Studien mit gesunden Schulkindern höchstens einen sehr kleinen Unterschied. Er war statistisch nicht gesichert.
Anders ist es bei Eisen. Schulkinder, die Eisen bekamen, schnitten in Tests zu Aufmerksamkeit und Konzentration besser ab. Auf ihre Schulleistungen hatte das keinen Einfluss. Die meisten Studien stammen aus Ländern, in denen Blutarmut häufig ist. Ob gut versorgte Kinder bei uns davon etwas haben, zeigen sie nicht. Bei kleinen Kindern ohne Mangel gibt es sogar Hinweise, dass Eisen der Entwicklung schaden kann.
Zwei Befunde entlasten. Zucker macht Kinder nach der Studienlage nicht unruhig oder unkonzentriert. Und mit Frühstück im Bauch können sich Kinder am Vormittag besser konzentrieren als nüchtern.
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Omega-3-Fettsäuren
kein Effekt belegt
Bei gesunden Kindern zeigte sich in Konzentrationstests insgesamt kein Effekt. Bei ADHS verändert Omega-3 die Beschwerden nach den verlässlichsten Studien nicht.
Elsevier 2020; Cochrane Database of Systematic Reviews 2023; AWMF 2018
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Eisen
nur bei Mangel
Bei Kindern mit Eisenmangel kann Eisen die Aufmerksamkeit verbessern. Ob ein Mangel vorliegt, klärt die Kinderarztpraxis. Für gut versorgte Kinder ist kein Nutzen belegt.
PLOS ONE 2023; Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025
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Multivitamine
kein gesicherter Effekt
Bei gesunden Schulkindern zeigte sich höchstens ein sehr kleiner Unterschied, der statistisch nicht gesichert war.
American Journal of Clinical Nutrition 2010
Was die Studien nicht zeigen
Ob gut versorgte Schulkinder in Deutschland oder Österreich von Eisen profitieren, ist nicht untersucht. Zu Jod, Zink, Magnesium, Vitamin B12 und Vitamin D gibt es keine belastbare Übersicht, die ihre Bedeutung für die Konzentration bei Kindern prüft. Viele der vorhandenen Studien waren klein und liefen nur wenige Wochen oder Monate.
Welche Nährstoffe braucht das Gehirn?
Einige Nährstoffe braucht der Körper, damit Gehirn und Nerven normal arbeiten. Das beschreibt, was sie im Körper tun. Es heißt nicht, dass mehr davon die Konzentration verbessert. Wer abwechslungsreich isst, bekommt sie in der Regel über das Essen.
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Eisen
Bei Mädchen oft knapp
Eisen trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Bei Kindern trägt es außerdem zur normalen kognitiven Entwicklung bei. Viele Kinder in Deutschland nehmen weniger Eisen auf als empfohlen, vor allem Mädchen. Das heißt aber nicht, dass ihnen Eisen fehlt. Einen Mangel stellt nur eine Blutuntersuchung fest.
Quelle: European Commission 2012; Europäische Kommission 2010; Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; DGE 2025
Alles zu EisenIn welchen Lebensmitteln steckt Eisen?
- Rindfleisch pro Portion (60 g) 1,4 mg
- Haferflocken pro Portion (40 g) 1,8 mg
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Jod
Knapp bei fast jedem zweiten Kind
Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei und zu einer normalen Funktion des Nervensystems. Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nimmt weniger Jod auf, als der Körper im Durchschnitt braucht. Fachleute empfehlen deshalb Jodsalz in der Küche. Empfohlen sind 90 µg am Tag für 1- bis 6-Jährige, 120 µg für 7- bis 12-Jährige und 150 µg ab 13 Jahren.
Quelle: European Commission 2012; BfR 2025; DGE 2025
Alles zu JodIn welchen Lebensmitteln steckt Jod?
- Seelachs Kinderportion, 60 g 39 µg
- Milch, Vollmilch ein Glas, 200 ml 22 µg
- Jodsalz 1g 20 µg
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Zink
Steckt in Fleisch, Käse und Vollkorn
Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Fleisch, Käse und Vollkornprodukte liefern viel davon.
Quelle: European Commission 2012
Alles zu ZinkIn welchen Lebensmitteln steckt Zink?
- Rindfleisch pro Portion (60 g) 2,6 mg
- Haferflocken pro Portion (40 g) 1,5 mg
- Gouda pro Scheibe (30 g) 1,1 mg
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Omega-3-Fettsäuren
Fisch ist die wichtigste Quelle
DHA ist eine Omega-3-Fettsäure. Sie trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei. Fachleute für Kinderernährung empfehlen, einmal pro Woche Fisch zu essen.
Quelle: European Commission 2012; FKE 2025
Alles zu Omega-3-FettsäurenIn welchen Lebensmitteln steckt Omega-3-Fettsäuren?
- Lachs, gebraten pro Portion (60 g) 1.220 mg
- Hering pro Portion (50 g) 1470 mg
Was hilft wirklich bei der Konzentration?
Am meisten bringen einfache Dinge: genug Schlaf, viel Bewegung, ein Frühstück und wenig Bildschirm in der Freizeit. Damit anzufangen lohnt sich mehr als jedes Präparat.
Das hilft
Diese Punkte empfehlen Fachleute für Kindergesundheit.
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Genug Schlaf
Wer müde ist, kann sich schlechter konzentrieren. Wie viel Schlaf dein Kind braucht und was beim Einschlafen hilft, liest du im Artikel zum Schlaf.
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Jeden Tag bewegen
In Deutschland empfehlen Fachleute ab dem Grundschulalter mindestens 90 Minuten Bewegung am Tag. 60 Minuten davon dürfen Alltagsbewegung sein, etwa der Schulweg zu Fuß. In Österreich lautet die Empfehlung mindestens 60 Minuten. Kindergartenkinder sollen sich in beiden Ländern rund drei Stunden am Tag bewegen. Bewegung tut auch dem Denken gut.
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Kurze Pausen mit Bewegung
Langes Sitzen lohnt sich nicht. Bei Hausaufgaben oder beim Lernen helfen kurze Pausen, in denen sich dein Kind bewegt. Studien zeigen, dass solche Pausen der Aufmerksamkeit nicht schaden und sie etwas verbessern können.
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Frühstück und feste Mahlzeiten
Mit Frühstück im Bauch können sich Kinder am Vormittag besser konzentrieren als nüchtern. Über den Tag empfehlen Fachleute viel Obst, Gemüse und Vollkorn, dazu Milch, Fleisch, Fisch und Eier in Maßen.
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Wenig Bildschirm in der Freizeit
Für Kinder gilt: je weniger, desto besser. Die Leitlinie der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt für 3- bis 6-Jährige höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen. Für 6- bis 9-Jährige sind es höchstens 30 bis 45 Minuten Freizeit am Bildschirm, ebenfalls nicht täglich. Viel Zeit am Bildschirm hängt mit schlechteren Schulleistungen zusammen.
Wo es oft hakt
An diesen Stellen geht oft etwas schief, ohne dass es auffällt.
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Koffein gegen Müdigkeit
Energydrinks, Cola und Eistee enthalten Koffein. Bei einem Kind mit 30 Kilo ist eine Dose Energydrink schon fast so viel, wie die europäische Lebensmittelbehörde am Tag für unbedenklich hält. Koffein kann außerdem den Schlaf stören. Getränke mit viel Koffein tragen deshalb den Hinweis, dass sie für Kinder nicht empfohlen sind.
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„Brainfood“ aus der Packung
Präparate werben mit mehr Konzentration oder Lernfähigkeit. Für gesunde Kinder gibt es dafür keinen Beleg. Viele dieser Produkte sind zudem zu hoch dosiert.
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Zucker als Erklärung
Dass Süßigkeiten Kinder unruhig oder unkonzentriert machen, ist nach der Studienlage nicht belegt. Der Grund liegt meist woanders, oft beim Schlaf oder bei zu wenig Bewegung.
Gut zu tauschen
Kleine Wechsel, die im Alltag einen Unterschied machen.
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Statt Energydrink oder Colapasst Wasser oder ungesüßter Tee Löscht den Durst ohne Koffein.
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Statt Eine Stunde am Stück sitzenpasst Zwischendurch kurz aufstehen, springen oder rausgehen
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Statt Tablet am Nachmittagpasst Eine Runde Rad, Ball oder Spielplatz
Quelle: EFSA 2015; MDPI 2021; heute BIÖG 2016
Braucht mein Kind ein Präparat für die Konzentration?
In der Regel nicht. Erst kommen Schlaf, Bewegung und Essen, dann das Gespräch in der Kinderarztpraxis. Ein Präparat ist nur sinnvoll, wenn die Praxis einen Mangel festgestellt hat.
Erst abklären, dann geben
Bevor dein Kind ein Mittel bekommt, gehört das Thema in die Kinderarztpraxis. Dort wird geschaut, ob ein Mangel oder etwas anderes dahintersteckt. Eine Blutuntersuchung ist dabei kein Routinetest. Sie wird gemacht, wenn es einen Anlass gibt.
Kann sinnvoll sein
In diesen Fällen lohnt sich das Gespräch mit deiner Kinderarztpraxis.
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Eisen, wenn die Blutwerte es zeigen
Stellt die Praxis einen Eisenmangel fest, kann sie Eisen empfehlen. Menge und Dauer legt die Praxis fest. Ohne diesen Befund solltest du deinem Kind kein Eisen geben. Bei kleinen Kindern ohne Mangel gibt es Hinweise, dass es der Entwicklung schaden kann.
Quelle: Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; DGE 2025
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Bei veganer Ernährung oder einer Erkrankung
Isst dein Kind vegan oder hat es eine chronische Erkrankung, kann ein gezieltes Präparat nötig sein. Welches, besprichst du mit der Praxis.
Quelle: Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025
In der Regel nicht nötig
Diese Mittel braucht dein Kind normalerweise nicht.
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Omega-3 für die Konzentration
Bei gesunden Kindern ist kein Effekt belegt. Auch bei ADHS zeigen die verlässlichsten Studien keinen Nutzen. Die Leitlinie zu ADHS empfiehlt Omega-3 deshalb nicht.
Quelle: Elsevier 2020; Cochrane Database of Systematic Reviews 2023; AWMF 2018
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Multivitamine für die Schule
Gesunde Kinder, die normal essen, brauchen sie nicht. Viele Kinderpräparate enthalten mehr, als Kinder brauchen. Für Kinder unter 15 Jahren gibt es in Deutschland keine Höchstmengen für Präparate.
Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2010; Verbraucherzentrale NRW 2023; BfR 2024
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Jodtabletten
Jod ist bei vielen Kindern knapp. Für Schulkinder gibt es aber keine allgemeine Empfehlung für Jodpräparate. Fachleute setzen auf Jodsalz in der Küche.
Quelle: BfR 2025; Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025
Wann solltest du dir Unterstützung holen?
Nicht schon bei ein paar unkonzentrierten Tagen. Melde dich, wenn es über Monate so bleibt, an mehreren Orten auftritt oder dein Kind darunter leidet. Bei einigen Anzeichen lohnt sich der Weg früher.
Deine Ansprechpartner
Hier bekommst du Unterstützung.
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Kinderarztpraxis
Wenn es über Monate so bleibt
Sprich mit der Kinderarztpraxis, wenn die Konzentrationsprobleme über Monate anhalten und zu Hause und in der Schule auftreten. Auch wenn die Leistungen deutlich abfallen oder dein Kind sehr unruhig ist. Bring zum Termin mit, was Lehrkräfte oder Erzieher beobachtet haben. Auch Zeugnisse helfen.
Quelle: AWMF 2018
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Sehen und Hören
Wenn dein Kind schlecht sieht oder hört
Seh- und Hörprobleme können wie Unaufmerksamkeit wirken. In Deutschland werden Sehen und Hören bei den Vorsorgen bis zur U9 geprüft, also bis etwa fünf Jahre. Danach folgt bisher erst mit 13 oder 14 Jahren die nächste Vorsorge, die J1. Eine neue U10 für 9- bis 10-Jährige ist beschlossen, wird aber noch nicht angeboten. In Österreich enden die Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass ebenfalls mit etwa fünf Jahren. Schweift dein Kind in der Schule oft ab, lass Augen und Ohren prüfen.
Quelle: G-BA 2025; G-BA 2026; G-BA 2026; BMASGPK 2026; AWMF 2018
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Kinderarztpraxis
Wenn dein Kind schnarcht oder tagsüber müde ist
Regelmäßiges, lautes Schnarchen mit Atempausen kann den Schlaf so stören, dass ein Kind tagsüber müde und unaufmerksam ist. Das sollte die Praxis abklären.
Quelle: AWMF 2018; G-BA 2025; BIÖG 2025
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Kinderarztpraxis oder Beratung
Wenn dein Kind traurig oder ängstlich wirkt
Sorgen, Ängste oder eine gedrückte Stimmung können die Konzentration stark beeinträchtigen. Sprich mit der Kinderarztpraxis oder einer Erziehungsberatungsstelle.
Quelle: AWMF 2018
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Fachärztin oder Facharzt
Wenn es um ADHS geht
Ob eine ADHS vorliegt, klären Fachleute in mehreren Schritten. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch mit dir und deinem Kind, Berichte aus Kita oder Schule, eine körperliche Untersuchung und Fragebögen. Ein einzelner Test reicht nicht. Die Diagnose stellen Kinder- und Jugendpsychiater, erfahrene Kinderärzte oder speziell ausgebildete Psychotherapeuten.
Quelle: AWMF 2018; BMASGPK
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Beratung
Weitere Anlaufstellen
In Deutschland helfen auch der schulpsychologische Dienst und Erziehungsberatungsstellen. In Österreich sind Kinderfachärztinnen und Kinder-Primärversorgungseinheiten die ersten Anlaufstellen. Daneben gibt es Ambulatorien und Familienberatungsstellen.
Quelle: AWMF 2018; BMASGPK; BMASGPK 2026
Häufige Fragen
Wähl die Frage aus, die dich betrifft.
Welche Vitamine fehlen, wenn ein Kind sich schlecht konzentrieren kann?
Meist keine. Bei gesunden Kindern ist für kein Vitamin belegt, dass ein Präparat die Konzentration verbessert. Häufiger stecken Müdigkeit, Hunger oder zu wenig Bewegung dahinter. Ob deinem Kind etwas fehlt, zeigt nur eine Untersuchung in der Kinderarztpraxis.
Quelle: Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; European Commission 2012; AWMF 2018
Hilft Omega-3 bei Konzentrationsproblemen?
Nach heutigem Wissen nicht. Bei gesunden Kindern zeigte sich in Konzentrationstests insgesamt kein Effekt. Bei Kindern mit ADHS fand eine große Übersicht mit 37 Studien mit hoher Sicherheit keine Veränderung der Beschwerden. Die deutsche Leitlinie empfiehlt Omega-3 deshalb nicht.
Quelle: Elsevier 2020; Cochrane Database of Systematic Reviews 2023; AWMF 2018
Kann Eisenmangel Konzentrationsprobleme machen?
Ja. Ein Eisenmangel kann zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen führen. Bei gesunden Kindern in Deutschland ist ein echter Mangel aber selten. Ob er vorliegt, zeigt nur eine Blutuntersuchung. Gib Eisen deshalb nicht auf Verdacht.
Quelle: Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; DGE 2025
Wie lange kann sich ein Kind in welchem Alter konzentrieren?
Dafür gibt es keine festen Werte. Die bekannte Regel „Minuten pro Lebensjahr“ ist nicht belegt. Wie lange ein Kind bei einer Sache bleibt, hängt neben dem Alter auch von der Aufgabe, der Tageszeit und seiner Verfassung ab.
Quelle: AWMF 2018
Ist mein Kind nur unkonzentriert oder hat es ADHS?
Das lässt sich nicht an einzelnen Tagen erkennen. Fachleute denken an ADHS, wenn die Probleme mindestens sechs Monate bestehen, an mehreren Orten auftreten und den Alltag deutlich erschweren. Die Abklärung braucht mehrere Schritte und gehört in fachkundige Hände.
Quelle: AWMF 2018; AWMF 2018
Macht Zucker Kinder unkonzentriert?
Nach der Studienlage nicht. Untersuchungen fanden keinen Hinweis, dass Zucker Verhalten oder Konzentration von Kindern verändert. Ein Frühstück ist trotzdem sinnvoll: Mit etwas im Bauch können sich Kinder am Vormittag besser konzentrieren als nüchtern.
Quelle: JAMA 1995; Advances in Nutrition 2016
Was ist gutes Brainfood für Kinder?
Ein besonderes Brainfood gibt es nicht. Das Gehirn braucht dieselbe abwechslungsreiche Kost wie der Rest des Körpers: viel Obst, Gemüse und Vollkorn, dazu Milch, Fleisch, Fisch und Eier in Maßen. Fachleute empfehlen einmal pro Woche Fisch und Jodsalz in der Küche.
Quelle: Mikronährstoffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; FKE 2025; BfR 2025
Helfen Bewegungspausen bei den Hausaufgaben?
Wahrscheinlich ein wenig. Studien zeigen, dass kurze Pausen mit Bewegung der Aufmerksamkeit nicht schaden und sie etwas verbessern können. Die Ergebnisse sind allerdings uneinheitlich. Ausprobieren lohnt sich, weil Bewegung auch sonst gut tut.
Quelle: MDPI 2021; Springer 2026
Sind Energydrinks für Kinder gefährlich?
Sie sind für Kinder nicht geeignet. Schon eine Dose kann bei einem jüngeren Kind fast so viel Koffein enthalten, wie am Tag als unbedenklich gilt. Koffein kann außerdem den Schlaf stören. Getränke mit viel Koffein tragen deshalb den Hinweis, dass sie für Kinder nicht empfohlen sind.
Quelle: EFSA 2015; BfR 2026