Brauchen Kinder Zink?

BEDARF, DOSIERUNG UND WANN EINE SUPPLEMENTIERUNG SINNVOLL IST

Brauchen Kinder Zink?

Verfasst von Simone Kotthoff
Aktualisiert 12. May 2026
9 Min Lesezeit
Die kurze Antwort

Zink ist beteiligt an über 300 enzymatischen Reaktionen — unter anderem wichtig für Immunsystem, Wachstum, Haut und Wundheilung. Bei abwechslungsreicher Mischkost mit Fleisch, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten ist der Bedarf in der Regel gut gedeckt. Bei vegetarisch oder vegan ernährten Kindern und bei einseitiger Ernährung kann der Bedarf knapp werden.

Wann ist Zink für dein Kind relevant und wann nicht?

Sinnvoll

Wenn folgendes zutrifft:

  • Dein Kind ernährt sich vegan oder strikt vegetarisch — der Bedarf ist 15–25 Prozent höher
  • Dein Kind hat häufig Infekte und der Verdacht auf einen Mangel ist ärztlich begründet
  • Dein Kind hat eine chronische Magen-Darm-Erkrankung
  • die die Aufnahme beeinträchtigt
  • Bei nachgewiesener Wachstumsstörung in Absprache mit dem Kinderarzt
Nicht nötig

Wenn folgendes zutrifft:

  • Dein Kind isst regelmäßig Fleisch oder Milchprodukte und ernährt sich abwechslungsreich
  • Du möchtest Zink prophylaktisch gegen Erkältungen geben — die Evidenz ist schwach
  • Es gibt keinen Bluttest und keine begründete Vermutung auf einen Mangel
  • Über längere Zeiträume in hohen Dosen — Zink kann die Kupferaufnahme stören

Zink wird vom Körper nicht gespeichert — eine regelmäßige Zufuhr ist daher wichtiger als hohe Einzelgaben. Phytinsäure in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten hemmt die Zinkaufnahme. Bei phytatreicher Ernährung helfen Einweichen, Keimen oder Sauerteig-Zubereitung, um die Bioverfügbarkeit zu verbessern.

Auf einen Blick

Wie viel Zink brauchen Kinder? Wann ist eine Supplementierung sinnvoll? Zink ist beteiligt an über 300 enzymatischen Reaktionen — wichtig für Immunsystem, Wachstum, Haut und Wundheilung. Bei vegetarischer oder einseitiger Ernährung kann der Bedarf erhöht sein.

Klasse
Spurenelement
Form
Zink-Ion (Zn²⁺)
Hauptquelle
Fleisch, Käse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte
Speicherung
Muskeln, Knochen, Leber
Tagesbedarf (NRV)
10.0 mg
Versorgungslage
Bei veganer Ernährung anspruchsvoller

Was du als Elternteil konkret tun kannst

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Zinkreiche Lebensmittel im Alltag einplanen

Rindfleisch und Käse sind die zinkreichsten Lebensmittel. Bei vegetarisch ernährten Kindern liefern Vollkornprodukte, Haferflocken, Kürbiskerne, Cashewnüsse und Hülsenfrüchte solide Mengen. Die Kombination mit hochwertigem Eiweiß (Eier, Milchprodukte) verbessert die Aufnahme.

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Bei veganer Ernährung Zufuhr und Zubereitung beachten

Die DGE empfiehlt für Veganer eine 15–25 Prozent höhere Zinkzufuhr. Das ist mit gezielter Lebensmittelauswahl meist erreichbar — wichtig sind Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse. Phytat-reduzierende Zubereitung (Einweichen, Sauerteig) verbessert die Aufnahme deutlich.

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Bei häufigen Infekten den Kinderarzt einbeziehen

Wenn dein Kind auffällig oft krank ist, ist Zink eine mögliche Spur — aber selten die alleinige Ursache. Schlaf, Stress, Ernährung insgesamt und das Umfeld (Kita-Einstieg) spielen oft eine größere Rolle. Eine Statusbestimmung beim Kinderarzt schafft Klarheit.

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Bei Bedarf altersgerecht dosieren

EFSA-Höchstmengen liegen bei 7 mg (1–3 Jahre), 10 mg (4–6 Jahre), 13 mg (7–10 Jahre), 18 mg (11–14 Jahre) und 22 mg (15–17 Jahre) — Gesamtaufnahme inklusive Lebensmittel. Für eine kurzfristige Supplementierung reichen meist 5–10 mg pro Tag bei Kindern.

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Langfristige Supplementierung mit Bedacht

Hohe Zinkmengen über längere Zeit können die Kupferaufnahme stören. Bei einer dauerhaften Supplementierung über mehrere Monate ist es sinnvoll, regelmäßig den Status zu prüfen — und nicht „auf Verdacht" hohe Mengen zu geben.

DGE-Referenzwerte für Zink

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat 2019 die Zinkempfehlungen überarbeitet und nach Phytat-Aufnahme differenziert. Die nachfolgenden Werte gelten für eine mittlere Phytat-Aufnahme (Standard-Mischkost). Bei vegetarischer oder veganer Ernährung kann der Bedarf um 15–25 Prozent höher liegen.

DGE-AltersgruppeMännlich Weiblich
DGE Zink 1 bis unter 4 Jahre3,0 mg
DGE Zink 4 bis unter 7 Jahre4,0 mg
DGE Zink 7 bis unter 10 Jahre6,0 mg
DGE Zink 10–13 Jahre Jungen9,0 mg 8,0 mg
DGE Zink 13–15 Jahre Jungen12,0 mg 10,0 mg
DGE Zink 15–19 Jahre Jungen14,0 mg 11,0 mg

Phytat (Phytinsäure) in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen hemmt die Zinkaufnahme. Bei phytatreicher Ernährung sollten Vollkornprodukte zubereitet werden (Einweichen, Keimen, Sauerteig).

Gute Zinkquellen für Kinder sind Rindfleisch, Käse, Eier, Nüsse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Bei chronischen Durchfallerkrankungen oder veganen Diäten ist die Zinkversorgung besonders zu beachten.

Quelle:Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2024

Zink ist eines der wichtigsten Spurenelemente — beteiligt an über 300 enzymatischen Reaktionen. Anders als Eisen wird Zink im Körper nicht gespeichert, daher ist eine regelmäßige Zufuhr wichtig.

Höchstmenge für Zink

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Zink einen Tolerable Upper Intake Level (UL) festgelegt — die maximale tägliche Gesamtaufnahme aus Lebensmitteln und Supplementen, die langfristig sicher ist.

EFSA-Altersgruppe Höchstmenge pro Tag
EFSA UL Zink 1–3 Jahre 7,0 mg *
EFSA UL Zink 4–6 Jahre 10,0 mg *
EFSA UL Zink 7–10 Jahre 13,0 mg *
EFSA UL Zink 11–14 Jahre 18,0 mg *
EFSA UL Zink 15–17 Jahre 22,0 mg *

Eine längerfristige Überschreitung der UL kann die Kupferaufnahme stören und das Immunsystem beeinträchtigen.

Die Werte gelten für die GESAMTAUFNAHME (Lebensmittel + Supplemente) — nicht nur für die Zufuhr aus Nahrungsergänzungsmitteln.

Eine Zinksupplementierung ohne medizinische Indikation sollte unterhalb dieser Werte bleiben.

Quelle:Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals, 2006

Im Vergleich zur empfohlenen Zufuhr (DGE) liegt der UL etwa beim Doppelten — der Sicherheitsspielraum für Zink ist also relativ gut.

Wofür braucht der Körper Zink?

Kernaussage

Zink ist ein zentrales Spurenelement für Immunsystem, Wachstum, Haut und Wundheilung. Es ist an über 300 Enzymen beteiligt und für viele Funktionen schlicht unverzichtbar.

Zink ist nach Eisen das zweithäufigste Spurenelement im Körper. Es spielt eine zentrale Rolle bei Immunfunktion, Zellteilung, Wachstum, Wundheilung und der Aufrechterhaltung von Haut, Haaren und Nägeln. Bei Kindern in Wachstumsphasen ist Zink besonders wichtig — eine Unterversorgung kann zu Wachstumsverzögerung führen.

Zink – Immunsystem

Zink wird für die Bildung und Aktivität verschiedener Immunzellen benötigt. Studien zeigen, dass eine Zinksupplementierung bei Erkältungen die Dauer der Symptome verkürzen kann — die Versorgungssicherung über die Ernährung steht aber im Vordergrund.

Zink – Zellteilung

Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, die an der DNA-Synthese und Zellteilung beteiligt sind. Besonders Gewebe mit hoher Zellteilungsrate — Haut, Schleimhäute, Immunzellen — sind auf eine gute Zinkversorgung angewiesen.

Zink – Kognitive Funktion

Zink ist an der Reizweiterleitung im Gehirn beteiligt und für die Funktion bestimmter Neurotransmitter wichtig. Eine ausreichende Zinkversorgung trägt zur normalen kognitiven Funktion bei.

Zink – Haut, Haare, Nägel

Zink ist für die Erneuerung von Hautzellen, das Wachstum von Haaren und Nägeln sowie für die Wundheilung essenziell. Ein anhaltender Zinkmangel kann sich in trockener Haut, brüchigen Nägeln oder verzögerter Wundheilung zeigen.

Wie gut sind Kinder in Deutschland mit Zink versorgt?

Kernaussage

Bei Kindern mit normaler Mischkost ist die Zinkversorgung meist gut. Bei vegan oder vegetarisch ernährten Kindern wird sie anspruchsvoller — Phytate aus Vollkorn und Hülsenfrüchten können die Aufnahme hemmen.

Die Zinkversorgung deutscher Kinder hängt stark von der Ernährungsform ab. Tierische Lebensmittel — Fleisch, Käse, Eier — liefern Zink in gut verfügbarer Form. Bei pflanzenbasierter Ernährung sind die Mengen vergleichbar, aber die Aufnahme durch Phytate gehemmt. Mit Einweich-, Keim- und Sauerteig-Techniken lässt sich das gut ausgleichen.

Risikogruppen
  • Vegan ernährte Kinder (Phytat-reiche Ernährung)
  • Kinder mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen
  • Kinder in starken Wachstumsphasen
  • Kinder mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen
  • Frühgeborene
Hintergrund
Laut KiGGS-Daten ist die Zinkversorgung bei deutschen Kindern mit Mischkost im Durchschnitt gut. Risikogruppen sind Kinder mit veganer Ernährung — hier ist die rechnerische Zufuhr oft hoch genug, aber die Bioverfügbarkeit niedriger. Die DGE-Empfehlungen für vegan ernährte Kinder liegen daher höher als für omnivor ernährte: etwa 25-50 % mehr.
Die WHO/EFSA-Daten zeigen, dass bei kindern mit chronischen Durchfallerkrankungen die Verluste so hoch sein können, dass selbst eine theoretisch gute Versorgung nicht ausreicht. In diesen Fällen ist die Substitution Teil der Therapie. Bei gesunden Kindern mit ausgewogener Ernährung ist eine prophylaktische Supplementierung nicht empfohlen.

Welche Lebensmittel enthalten Zink?

Kernaussage

Rindfleisch, Käse, Eier, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind die wichtigsten Zinkquellen. Bei pflanzlicher Ernährung helfen Einweichen und Keimen, die Aufnahme zu verbessern.

Zink kommt in vielen Lebensmitteln vor, aber die Bioverfügbarkeit unterscheidet sich stark. Aus Fleisch und Käse wird Zink gut aufgenommen (etwa 30 %). Aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten ist die Aufnahme niedriger (10-15 %), weil Phytate bindern. Mit kleinen Tricks (Einweichen, Keimen, Sauerteig) lässt sich das verbessern.

Tierische Quellen

Rindfleisch (mageres Muskelfleisch)

Zink Rindfleisch

4,3 mg
pro 100 g
Beste Bioverfügbarkeit
Eine kleine Portion (80 g) Rinderhack liefert etwa 3,5 mg — bereits zwei Drittel des Tagesbedarfs bei Schulkindern. Bestens bioverfügbar.
Emmentaler (Schnittkäse)

Zink Emmentaler

4,1 mg
pro 100 g
Vegetarisch zuverlässig
Eine Scheibe Käse (30 g) liefert etwa 1,2 mg. Mit Käsebrot oder Käse als Snack über den Tag verteilt gut zu decken.

Pflanzliche Quellen

Kürbiskerne

Zink Kürbiskerne

7,5 mg
pro 100 g
Pflanzlich Top
Eine kleine Handvoll Kürbiskerne (30 g) liefert etwa 2,3 mg — gut aufs Müsli oder als Snack. Auch Sonnenblumenkerne sind ergiebig.
Haferflocken

Zink Haferflocken

4,1 mg
pro 100 g
Frühstücks-Basis
Eine Portion Müsli (50 g) liefert etwa 2 mg — aber durch Phytate gebunden, daher mit Vitamin-C-haltigem Obst kombinieren.
Hintergrund
Rindfleisch ist die ergiebigste Zinkquelle der typischen Kinderkost: 100 g liefern etwa 4-5 mg Zink, gut bioverfügbar. Ein Burger-Patty oder ein Stück Rinder-Bolognese deckt fast den Tagesbedarf bei Schulkindern. Käse — vor allem Hartkäse wie Emmentaler oder Parmesan — liefert ebenfalls reichlich.
Pflanzlich sind Kürbis- und Sonnenblumenkerne Spitzenreiter mit 5-7 mg Zink pro 100 g. Eine Handvoll Kürbiskerne (30 g) liefert etwa 2 mg — gut aufs Müsli oder als Snack. Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen) und Vollkornprodukte sind die Basis bei pflanzlicher Ernährung. Einweichen und Keimen reduzieren den Phytat-Gehalt und verbessern die Zink-Aufnahme deutlich.

Wie nimmt der Körper Zink auf?

Kernaussage

Die Zinkaufnahme liegt bei 30 % aus Fleisch und 10-15 % aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Phytate sind der wichtigste Hemmer, Aminosäuren aus Eiweiß der wichtigste Förderer.

Bei Zink entscheidet die Begleitung in der Mahlzeit über die Aufnahme. Eine Mischung aus Vollkornbrot mit Käse oder Linsen mit Reis — kombiniert mit Vitamin-C-haltigem Gemüse — ist nicht zufällig eine der ältesten Zubereitungsformen vieler Küchen. Die Kombinationen optimieren die Mineralstoffaufnahme.

Was die Aufnahme verbessert

Tierisches Protein

hoher Effekt

Aminosäuren wie Histidin und Cystein aus tierischem Protein fördern die Zinkaufnahme. Eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch, Käse oder Eiern unterstützt damit auch die Zinkversorgung aus pflanzlichen Begleitprodukten.

Organische Säuren (z.B. Zitronen-, Milchsäure)

mittlerer Effekt

Säuren — etwa aus Zitrone oder fermentierten Milchprodukten — verbessern die Zinkaufnahme im Darm. Klassisches Pairing: Linsen mit Zitronensaft.

Was die Aufnahme einschränkt

Phytate aus Vollkorn und Hülsenfrüchten

hoher Effekt

Phytinsäure bindet Zink im Darm und reduziert die Aufnahme deutlich. Mit Einweichen, Keimen und Sauerteig-Zubereitung lässt sich der Phytat-Gehalt um 30-70 % reduzieren.

Sehr hohe Calcium-Zufuhr

geringer Effekt

Sehr hohe Calcium-Gaben (über 1.500 mg auf einmal, z.B. durch Supplemente) können die Zinkaufnahme reduzieren. Über normale Ernährung selten relevant.

Hohe Eisen-Supplementdosen

mittlerer Effekt

Hohe Eisen-Dosen aus Supplementen können die Zinkaufnahme reduzieren — beide Mineralien konkurrieren um die gleichen Transporter. Daher Eisen- und Zink-Supplemente zeitversetzt einnehmen.

Speicherung im Körper
Es gibt keine speziellen Zinkspeicher im Körper — das Mineral wird hauptsächlich in den Muskeln (60 %) und Knochen (30 %) verteilt. Bei Unterversorgung sind die Reserven schnell aufgebraucht — bei Kindern in Wachstumsphasen besonders. Daher ist eine kontinuierliche Versorgung wichtiger als bei Vitaminen mit Leberspeichern.
Hintergrund
Zink wird im oberen Dünndarm aufgenommen — sowohl aktiv (über spezielle Transporter) als auch passiv. Die Aufnahme aus tierischen Quellen ist deutlich besser als aus pflanzlichen, weil tierische Aminosäuren wie Histidin und Cystein die Aufnahme fördern, während pflanzliche Phytate sie hemmen.
In der Praxis: Eine Mischung verschiedener Quellen ist meist optimal. Hülsenfrüchte mit Vitamin-C-haltigem Gemüse, Vollkorn mit Käse, Bohnen mit Reis (klassisches lateinamerikanisches Pairing). Auch das Sauerteig-Brot ist nicht zufällig populär — die Säure aus der Fermentation baut Phytate ab und verbessert die Mineralstoffaufnahme.

Wann ist ein Zink-Bluttest sinnvoll?

Kernaussage

Der Serum-Zink-Wert ist nur eingeschränkt aussagekräftig — die Werte schwanken stark im Tagesverlauf und reflektieren nicht direkt die Versorgung.

Gemessener Wert
Serum-Zink (morgens, nüchtern)
Einheit: µmol/l

Beim Zink ist der Bluttest weniger zuverlässig als bei vielen anderen Mineralien. Der Serum-Wert schwankt stark — abhängig von Tageszeit, Mahlzeit, akuten Infekten. Für die Beurteilung der Versorgung wird er deshalb meist morgens nüchtern bestimmt, und auch dann ist er als alleiniger Marker mit Vorsicht zu interpretieren.

Referenzbereiche

Mangel< 10 µmol/l

Niedriger Zinkspiegel. Bei wiederholt niedrigen Werten und Symptomen (Wachstumsverzögerung, Wundheilungsstörungen) sinnvoll, eine ärztliche Abklärung anzustreben. Im Akutinfekt ist der Wert oft falsch niedrig.

Wünschenswert10-18 µmol/l

Normaler Zinkspiegel. Eine zusätzliche Supplementierung ist nicht notwendig. Der Wert kann durch Tageszeit, Mahlzeit oder Infekt schwanken.

Sehr hoch> 18 µmol/l

Erhöhter Zinkspiegel. Meist Folge einer hochdosierten Supplementierung. Bei dauerhaft hohen Werten Kupfer- und Eisenstatus mit prüfen — Zink kann beide Mineralien verdrängen.

Wann ist ein Bluttest sinnvoll?

  • Bei Verdacht auf Mangel mit konkreten Symptomen (Wachstumsverzögerung Wundheilungsstörungen)
  • Bei Kindern mit chronischen Hauterkrankungen (Neurodermitis)
  • Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Bei längerer hochdosierter Supplementierung als Sicherheitskontrolle
  • Als Routine-Screening bei gesunden Kindern nicht empfohlen

Worauf du achten solltest

Bei akuten Infekten ist der Serum-Zink-Wert oft falsch niedrig — Zink wandert dann in die Gewebe. Ein Bluttest während einer Erkältung gibt deshalb kein zuverlässiges Bild der Versorgung. Wenn ein Test gemacht wird: idealerweise im infektfreien Intervall, morgens, nüchtern. Eine ärztliche Einordnung ist immer sinnvoll — die Werte allein sagen wenig.

Was darf man laut EFSA zu Zink sagen?

Kernaussage

Für Zink gibt es zahlreiche zugelassene Health Claims nach EU-Recht — darunter Aussagen zur kognitiven Funktion bei Kindern.

Folgende Aussagen sind nach EU-Verordnung 432/2012 für Zink zugelassen, wenn das Lebensmittel die festgelegten Mindestmengen enthält. Zink hat zusätzlich eine kindbezogene EFSA-Zulassung (Art. 14): "Zink wird für ein normales Wachstum benötigt".

Kognitive Funktion

„Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei."

Zellteilung

„Zink hat eine Funktion bei der Zellteilung."

Immunsystem

„Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei."

Wichtig zu wissen

Aussagen, die darüber hinausgehen — etwa zur Behandlung von Akne, zur Vorbeugung von Erkältungen oder zur Heilung von Wunden — sind rechtlich nicht zugelassen, auch wenn es Studien zu diesen Themen gibt. Bei Zink ist insbesondere die Cochrane-Evidenz zur Erkältungsverkürzung interessant, aber rechtlich darf man dies nicht als Werbeaussage nutzen.

Häufige Fragen

Hilft Zink wirklich gegen Erkältungen?
Bei akuten Erkältungen kann eine frühe Zinkeinnahme (innerhalb der ersten 24 Stunden) die Krankheitsdauer leicht verkürzen — Metaanalysen zeigen etwa einen Tag weniger. Als Vorbeugung ist die Evidenz aber schwach. Eine dauerhafte hohe Zinkgabe „zur Prophylaxe" ist nicht empfohlen.
Brauchen vegan ernährte Kinder zusätzliches Zink?
Nicht zwangsläufig als Supplement. Die DGE empfiehlt aber eine 15–25 Prozent höhere Zufuhr aus der Ernährung. Mit gezielter Lebensmittelauswahl (Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Kürbiskerne) und richtiger Zubereitung (Einweichen, Keimen, Sauerteig) ist die Versorgung gut möglich. Bei Zweifeln hilft ein Status beim Kinderarzt.
Woran erkenne ich einen Zinkmangel?
Frühe Anzeichen sind unspezifisch: häufige Infekte, Wundheilungsstörungen, brüchige Nägel, Hautprobleme, manchmal Geschmacksveränderungen. Bei Kindern kann auch eine Wachstumsverzögerung Hinweis sein. Eine sichere Diagnose ist über einen Bluttest möglich — der Plasma-Zinkspiegel sollte morgens nüchtern bestimmt werden, da die Werte tageszeitlich schwanken.
Kann Zink die Kupferaufnahme stören?
Bei dauerhaft hohen Zinkdosen (über 40 mg täglich bei Erwachsenen) ja. Zink und Kupfer konkurrieren um dieselben Transporter im Darm. Bei normalen Dosen aus Ernährung oder moderaten Supplementen ist das kein Problem. Wenn dein Kind über Monate hohe Zinkdosen bekommt, ist eine Kupfer-Kontrolle sinnvoll.
Kann man Zink und Eisen zusammen geben?
Beide konkurrieren um die Aufnahme im Darm. Bei normalen Mengen aus der Ernährung kein Problem, bei höheren Supplement-Dosen besser zeitlich trennen. Faustregel: eines morgens, das andere abends, oder mit mehreren Stunden Abstand.

Diese Seite ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei konkretem Verdacht auf einen Nährstoffmangel wende dich an deinen Kinderarzt.