genug
Kinder in Deutschland erreichen die Referenzwerte für Vitamin A
In allen Altersgruppen liegt die Menge im Mittel darüber
Vitamin A brauchen Kinder, und sie bekommen es über normales Essen. Keine Fachgesellschaft empfiehlt ein Präparat für gesunde Kinder, und bei den Nährstoffen, die im frühen Kindesalter regelhaft gegeben werden, taucht Vitamin A nicht auf.
Bei Vitamin A ist ohnehin weniger die Versorgung das Thema als die Frage, ab wann es zu viel wird. Das gilt allerdings nur für die tierische Form aus Butter, Käse, Ei und Leber. Über Möhren und Süßkartoffeln kann kein Zuviel entstehen, weil der Körper daraus nur so viel herstellt, wie er braucht.
Dieser Artikel zeigt, wie viel Kinder brauchen, welche Lebensmittel liefern und worauf bei Leber und Leberwurst zu achten ist.
01 · Grundlage
Die eine steckt in tierischen Lebensmitteln wie Butter, Käse, Ei und Leber. Sie ist fertiges Vitamin A, der Körper nimmt sie direkt auf und speichert sie in der Leber.
Die andere steckt in Möhren, Süßkartoffeln und grünem Gemüse. Sie heißt Beta-Carotin und ist eine Vorstufe: Daraus stellt der Körper selbst Vitamin A her, und zwar nur so viel, wie er gerade braucht.
Dieser Unterschied ist bei Vitamin A wichtiger als bei anderen Nährstoffen. Denn Vitamin A ist einer der wenigen, bei denen nicht nur zu wenig ein Thema ist, sondern auch zu viel. Beim Gemüse kann das nicht passieren, weil der Körper die Umwandlung selbst regelt. Bei der tierischen Form fehlt diese Bremse.
Quellen: DGE 2020
02 · Bedarf
Der Vitamin-A-Bedarf steigt mit dem Alter. Ab dreizehn Jahren liegen die Werte für Jungen etwas höher als für Mädchen.
Wie viel Vitamin A braucht mein Kind?
Die Werte kommen von der DGE und gelten für gesunde Kinder.
| Altersgruppe | Männlich | Weiblich |
|---|---|---|
| DGE Vitamin A 1–4 Jahre | 300 µg-RE | 300 µg-RE |
| DGE Vitamin A 4–7 Jahre | 350 µg-RE | 350 µg-RE |
| DGE Vitamin A 7–10 Jahre | 450 µg-RE | 450 µg-RE |
| DGE Vitamin A 10–13 Jahre | 600 µg-RE | 600 µg-RE |
| DGE Vitamin A 13–15 Jahre | 800 µg-RE | 700 µg-RE |
| DGE Vitamin A 15–19 Jahre | 950 µg-RE | 800 µg-RE |
Die Angaben fassen beide Formen zusammen. Weil der Körper aus der pflanzlichen Vorstufe nur einen Teil herstellt, zählt sie dabei weniger als Vitamin A aus tierischen Lebensmitteln.
Quelle:DGE 2025
03 · Versorgungslage
Ja. Das BfR stellt in seiner Auswertung der Verzehrsdaten fest, dass alle Altersgruppen der Kinder die Referenzwerte erreichen oder überschreiten.
Ein Mangel kommt bei gesunden Kindern hierzulande praktisch nicht vor. Wo er auftritt, steckt eine Erkrankung dahinter, bei der der Körper Fett schlecht verdaut. Vitamin A braucht Fett, um überhaupt aufgenommen zu werden.
Beim Suchen begegnet einem manchmal die Aussage, Vitamin-A-Mangel sei weltweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindung bei Kindern. Das stimmt, betrifft aber Länder, in denen Essen knapp ist.
Eine Einschränkung gibt es trotzdem: Die deutschen Zahlen dazu, wie viel Kinder tatsächlich aufnehmen, sind schon einige Jahre alt.
Quellen: BfR 2021; Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; DGE 2020
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Kinder in Deutschland erreichen die Referenzwerte für Vitamin A
In allen Altersgruppen liegt die Menge im Mittel darüber
Bei Vitamin A ist nicht die Versorgung das Thema, sondern die Frage, ab wann es zu viel wird.
04 · Funktion
Vitamin A ist vor allem für die Augen bekannt, und das zu Recht. Daneben braucht der Körper es für Haut und Schleimhäute, für die Abwehr und dafür, dass Zellen ihre jeweilige Aufgabe übernehmen.
In der Netzhaut sitzt ein Farbstoff, der Licht in Nervensignale umwandelt. Vitamin A ist sein Baustein. Besonders wichtig ist das beim Sehen in der Dämmerung, weil dafür die lichtempfindlichsten Zellen zuständig sind.
Erlaubter Wortlaut
„Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei."
Vitamin A ist an der Entwicklung und Arbeit von Abwehrzellen beteiligt. Zusammen mit den Schleimhäuten, die Krankheitserreger abhalten, wirkt es damit an zwei Stellen der Abwehr mit.
Erlaubter Wortlaut
„Vitamin A trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei."
Die Haut erneuert sich fortlaufend. Vitamin A steuert dabei mit, wie sich neue Zellen entwickeln und wann sie welche Aufgabe übernehmen.
Erlaubter Wortlaut
„Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut bei."
Schleimhäute kleiden Nase, Rachen, Atemwege und Darm aus und bilden dort eine Schutzschicht nach außen. Vitamin A ist am Aufbau dieser Schicht beteiligt.
Erlaubter Wortlaut
„Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei."
Für die Allgemeinbevölkerung zugelassen
Diese Aussagen beziehen sich nicht speziell auf Kinder.
Am bekanntesten ist der Irrtum mit den Möhren. Vitamin A hilft dabei, dass die Augen normal funktionieren. Besser sehen kann man dadurch nicht und eine Brille wird auch nicht überflüssig. Ob jemand kurzsichtig ist, hängt von der Form des Auges ab und nicht vom Essen.
Genauso ist es bei der Haut: Vitamin A hält sie gesund, hilft aber nicht gegen Akne. Und der oft beworbene Schutz vor Sonnenbrand durch Beta-Carotin ist nicht belegt.
05 · Lebensmittel
Ohne Weiteres. Eine Portion Möhren deckt den Tagesbedarf eines Grundschulkindes mehrfach. Und selbst ohne orangefarbenes Gemüse kommt über Milch, Butter, Käse und Ei genug zusammen.
Vitamin A steckt dabei in zwei unterschiedlichen Formen im Essen. In tierischen Lebensmitteln liegt es fertig vor, in pflanzlichen als Vorstufe, die der Körper erst umwandelt. Wie viel er umwandelt, richtet sich nach dem Bedarf: Ist genug da, drosselt er. Deshalb ist über Möhren und Süßkartoffeln kein Zuviel möglich, über tierische Quellen dagegen schon.
Ein praktischer Hinweis dazu: Die pflanzliche Vorstufe braucht Fett, um aufgenommen zu werden. Ein Teelöffel Öl oder etwas Butter zum Gemüse genügt. Und zerkleinert oder gegart kommt mehr an als roh am Stück.
Quellen: MRI 2025; DGE 2020
Anteil am Referenzwert
Nährwerte:MRI 2025 · Referenzwerte: DGE 2025
Der Bedarf ist über pflanzliche und über tierische Lebensmittel leicht zu decken.
06 · Ergänzung
Für gesunde Kinder nicht. Keine deutsche oder europäische Fachgesellschaft empfiehlt Vitamin A als Nahrungsergänzung für Kinder. Regelhaft gegeben werden im frühen Kindesalter nur Vitamin D, Vitamin K, Fluorid und in bestimmten Fällen Jod. Vitamin A gehört ausdrücklich nicht dazu.
Quellen: BfR 2021; Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2025; BfR 2024
07 · Sicherheit
Bei Vitamin A ist das eine ernstere Frage als bei den meisten anderen Nährstoffen. Der Körper speichert es in der Leber und zwischen dem, was ein Kind ohnehin über das Essen aufnimmt, und der Obergrenze bleibt wenig Abstand.
Für Gemüse gilt das nicht. Möhren, Süßkartoffeln und grünes Gemüse enthalten die Vorstufe, aus der der Körper nur so viel herstellt, wie er braucht. Hier kann nichts zusammenkommen.
Zwei Dinge können die Menge dagegen schnell nach oben treiben. Das eine ist Leber. Sie ist das Speicherorgan des Tieres und enthält deshalb sehr viel Vitamin A, schon in kleinen Portionen mehr als die Tagesmenge eines Kleinkindes. Für Leberwurst gilt das abgeschwächt, je nach Sorte.
Das andere sind Präparate. Weil Kinder über das Essen bereits gut versorgt sind, bleibt für zusätzliches Vitamin A kaum Spielraum. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt für Nahrungsergänzungsmittel deshalb zwei Optionen, und die erste lautet: kein Zusatz.
Quellen: EFSA 2024; BfR 2021
Höchstmenge nach Alter
| EFSA UL Vitamin A 1–3 Jahre | 800 µg-RE |
|---|---|
| EFSA UL Vitamin A 4–6 Jahre | 1100 µg-RE |
| EFSA UL Vitamin A 7–10 Jahre | 1500 µg-RE |
| EFSA UL Vitamin A 11–14 Jahre | 2000 µg-RE |
| EFSA UL Vitamin A 15–17 Jahre | 2600 µg-RE |
Diese Werte gelten nur für Vitamin A aus tierischen Lebensmitteln und aus Präparaten. Für die Vorstufe aus Gemüse gibt es keine Obergrenze.
Quelle:EFSA 2024
08 · Häufige Fragen
Wähl die Frage aus, die dich betrifft.
Nein, hier ist vegane Ernährung sogar im Vorteil. Möhren, Süßkartoffeln, Kürbis und grünes Gemüse liefern die pflanzliche Vorstufe reichlich, und der Körper stellt daraus her, was er braucht. Wichtig ist nur etwas Fett zur Mahlzeit, ein Teelöffel Öl genügt, denn ohne Fett wird die Vorstufe kaum aufgenommen.
DGE 2020
Oft ja, und man sieht es nicht auf den ersten Blick. In der Nährwerttabelle steht bei beiden Formen nur Vitamin A. Welche enthalten ist, verrät erst die Zutatenliste: Beta-Carotin ist die pflanzliche Vorstufe und unproblematisch, Retinylacetat oder Retinylpalmitat ist die Form, für die die Obergrenzen gelten. Wenn dein Kind ein solches Produkt bekommt, lohnt der Blick dorthin.
BfR 2021
Weil Kinder über das Essen bereits gut versorgt sind und für zusätzliches Vitamin A wenig Spielraum bleibt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt für Nahrungsergänzungsmittel zwei Optionen, und die erste lautet: kein Zusatz. Ein Test von Kinderprodukten fand 2025 mehrere, die mehr Vitamin A enthielten als den Höchstwert, der für Erwachsene empfohlen wird. Keine Fachgesellschaft empfiehlt Vitamin A als Ergänzung für gesunde Kinder.
Stiftung Warentest 2025; BfR 2021
Über normales Essen nicht. Dafür müsste ein Kind über längere Zeit regelmäßig Leber oder größere Mengen Leberwurst essen. Gemüse fällt ohnehin weg, weil der Körper aus der pflanzlichen Vorstufe nur so viel herstellt, wie er braucht. Der praktisch relevante Weg sind Präparate, und auch dort geht es um eine dauerhafte Einnahme, nicht um eine einzelne zu hohe Portion. Wenn du unsicher bist, ob bei deinem Kind zu viel zusammenkommt, ist die Kinderarztpraxis der richtige Ort.
EFSA 2024
Der Ernährungskompass prüft in acht Fragen zu Alter, Essgewohnheiten und Aufenthalt im Freien, ob Vitamin A bei euch überhaupt zu den relevanten Nährstoffen zählt. Und sagt es auch, wenn nicht.
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